Urs Fischer will nichts von Entscheidung wissen

Nachdenklich, bis nichts mehr passieren kann: Urs Fischer
Nachdenklich, bis nichts mehr passieren kann: Urs Fischer © KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Das Schlagerspiel GC – Basel steht im Zentrum des Geschehens in der Super League vom Sonntag. Mit einem Sieg könnten die Zürcher den Rückstand auf Leader Basel auf neun Punkte verringern.

GC gegen Basel: Das Duell des Zweiten gegen den Ersten ist der Schlager und dennoch in gewisser Weise kein richtiges Spitzenspiel. Hierfür ist der Abstand (12 Punkte) im Moment einfach zu gross. Falls Basel gewinnt, werden es 15 Punkte sein.

Basels besonnener Trainer Urs Fischer will allerdings nichts von Rechenbeispielen und schon gar nichts von einer Entscheidung im Rennen um die Meisterschaft hören. Vielleicht bemüht er deshalb eine banale Tatsache: “Nach dem Sonntag wird die Meisterschaft noch nicht entschieden sein.”

Lieber spricht Urs Fischer vom Gegner, dem er jeden Respekt zollt: “Dass wir daheim gegen GC 2:3 verloren, war nicht zwingend. Aber ich muss sagen, dass die Mannschaft von GC ein grosses Potenzial hat.” Der im Umfeld etwas umstrittene Neuzugang Renato Steffen ist für Fischer diesmal bereits “ein Kandidat für die Startformation”.

Fischers Antipode Pierluigi Tami will ebenfalls einen Debütanten zum Zug kommen lassen: Philippe Senderos. Schlüsselspieler Kim Källström glaubt, dass Senderos mit seiner Erfahrung in der Innenverteidigung eine so gute Rolle einnehmen könnte wie einst Stéphane Grichting in dessen erster Zeit bei GC. Tami freut sich auf den Match: “Gegen Basel gibt es immer die schönsten Spiele.”

Die Super-League-Spiele vom Sonntag:

Wegen Schnee verschoben: Sion – St. Gallen (1:0, 1:1). – Sonntag, 13.45 Uhr. – SR Amhof. – Absenzen: Pa Modou (gesperrt), Kouassi, Zverotic, Adao, Assifuah, Zeman, Cmelik (alle verletzt) ; Wiss, Russo, Dziwniel, Lässer (alle verletzt). Fraglich: -; Thrier. – Statistik: Es ist ein Duell zweier Mannschaften, die der Abstiegszone einigermassen entrückt sind, aber noch etwas leisten müssen, wenn sie nächsten Herbst in der Europa League mittun wollen. Der letzte Sieg der Ostschweizer im Tourbillon geht auf den Juli 2013 zurück; zuletzt gewann Sion daheim drei Duelle in Serie. Das Team von Didier Tholot erwischte mit dem 1:0 beim FCZ einen wunschgemässen Rückrundenstart. Zusätzliche Zuversicht dürften die Sittener aus der Tatsache schöpfen, dass ihr potentieller Goalgetter Moussa Konaté in Zürich erstmals seit August wieder getroffen hat.

Grasshoppers – Basel (2:3, 3:2). – Sonntag, 16.00 Uhr. – SR Bieri. – Absenzen: auf beiden Seiten keine. – Fraglich: -; Hoegh, Degen, Sporar. – Statistik: In den Direktduellen dieser Saison scheint alles möglich zu sein. In der Vorrunde siegte Basel in Zürich, GC dafür in Basel, jeweils in Partien mit vielen Toren und umstrittenen Schiedsrichterentscheiden. Mit dem Heimsieg gegen Luzern hatte Basel am letzten Wochenende das angenehmere Frühlingserwachen; die Grasshoppers waren beim 1:1 in Bern in einen spektakulären Match involviert – wie schon so oft in dieser Saison. Für Pierluigi Tamis Mannschaft ist der Schlager vom Sonntag ein neuerliches Vogel-friss-oder-stirb-Spiel. Sie muss zumindest ein Remis herausholen, sonst würde Basel auf 15 Punkte davonziehen. Von den letzten sechs Duellen im Letzigrund gewannen GC und Basel je zwei, die übrigen beiden endeten unentschieden. Philippe Senderos wird laut Tami bei GC das Debüt geben.

Luzern – Zürich (5:2, 1:0). – Sonntag, 16.00 Uhr. – SR Jaccottet. – Absenzen: Kryeziu, Cirjak (beide krank), Brandenburger (verletzt); Koch (gesperrt), Alesevic, Schönbächler, Simonjan (alle verletzt). Fraglich: -; Kukeli. – Statistik: Luzern hat dem bedürftigen Schlusslicht FCZ in dieser Saison noch keine Punkte überlassen. Für Zürich war die 2:5-Heimniederlage Ende August ein Tiefpunkt in einer Saison mit vielen Tiefpunkten. Von den letzten zehn Direktbegegnungen gewann Luzern acht – bei einem Unentschieden und nur einer Niederlage. Während Luzern als Vierter der Tabelle unbeschwert antreten kann, müssen die Zürcher darauf bedacht sein, den jüngsten erbärmlichen Auftritt beim 0:1 daheim gegen Sion vergessen zu machen. Es ist die Frage aufgetaucht, ob die Mannschaft von Sami Hyypiä nach der Trennung von Amine Chermiti und Mario Gavranovic, dem Ausleihen von Armando Sadiku an Vaduz, den direkten Widersacher in der Abstiegszone, und der vorübergegangenen Kaltstellung von Davide Chiumiento nicht zu viel an offensiver Kraft eingebüsst hat. Die blutleere Darbietung im Match gegen Sion deutete darauf hin. Nur die Mannschaft selber kann in Luzern zeigen, dass derlei Vermutungen unbegründet sind.

(SDA)


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