US-Bundesstaat Arkansas richtet zwei Häftlinge an einem Tag hin

Tod durch die Giftspritze in Arkansas: Jack Jones sass rund 20 Jahre im US-Todestrakt. (Archivbild)
Tod durch die Giftspritze in Arkansas: Jack Jones sass rund 20 Jahre im US-Todestrakt. (Archivbild) © KEYSTONE/ARKANSAS DEPARTMENT OF CORRECTIO/HANDOUT
Der US-Bundesstaat Arkansas hat am Montag zwei Häftlinge hingerichtet. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in den USA zwei Todeskandidaten an einem Tag hingerichtet werden.

Die beiden wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Männer Jack Jones und Marcel Williams seien durch Injektion einer Giftspritze getötet worden, teilte Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge mit. Zuvor hatte das Oberste Gericht ein Gesuch auf Aufschub abgelehnt hatte.

Jack Jones war wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer 34-jährigen Frau im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Jones habe seine «rechtmässige Strafe» erhalten, teilte Arkansas’ Generalstaatsanwältin Rutledge mit. Die Familie seines Opfers habe schon zu lange auf Gerechtigkeit gewartet, und sie «bete darum, dass sie heute ihren Frieden finden wird».

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die grösste Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet.

Vier der geplanten Exekutionen wurden aber inzwischen von Gerichten gestoppt. Ein erster Häftling war vergangene Woche per Giftspritze getötet worden, die letzte Hinrichtung ist für den 27. April geplant.

Das Vorhaben von Arkansas’ Behörden sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die «Fliessband»-Hinrichtungen zu stoppen. Bei den Fällen der Todeskandidaten gebe es zahlreiche rechtliche Bedenken. Auch die EU protestierte gegen die geplanten Exekutionen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Midazolam steht bereits seit langem in der Kritik, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.

(SDA)


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