US-Luftwaffe wirft Bomben auf Drogenfabriken der Taliban in Afghanistan

Ein Mann holt rohes Opium aus einer Mohnpflanze. Um den finanziellen Ressourcen der Taliban zu schaden, haben die US-Streitkräfte Drogenfabriken in Afghanistan angegriffen. (Archiv)
Ein Mann holt rohes Opium aus einer Mohnpflanze. Um den finanziellen Ressourcen der Taliban zu schaden, haben die US-Streitkräfte Drogenfabriken in Afghanistan angegriffen. (Archiv) © KEYSTONE/EPA/MUHAMMAD SADIQ
Piloten der US-Luftwaffe haben in Afghanistan erstmals Bomben auf Drogenfabriken abgeworfen. Das bestätigte der Oberbefehlshaber der NATO- und US-Streitkräfte im Land, General John Nicholson, in einer landesweit übertragenen Medienkonferenz am Montagnachmittag.

Der gemeinsame Einsatz in der Nacht auf Montag mit afghanischen Streitkräften in der südafghanischen Provinz Helmand habe es gezielt auf die finanziellen Ressourcen der radikalislamischen Taliban abgesehen.

Die Provinz Helmand ist das Zentrum des Schlafmohnanbaus in Afghanistan, der 80 bis 90 Prozent allen Opiums der Welt hervorbringt. Sie ist ausserdem Hochburg der Taliban. Sie besteuern Schlafmohnanbau und Drogenschmuggel, was ihrer Kriegskasse nach wechselnden Angaben jährlich 200 bis 400 Millionen Dollar einbringt. Sie sollen zunehmend auch selbst in die Drogenproduktion einsteigen.

Erst vergangene Woche hatten die UNO die grösste Opiumernte in der Geschichte des Landes gemeldet: Geschätzte 9000 Tonnen hätten mehrere Ernten in 24 der 34 Provinzen in diesem Jahr hervorgebracht, hiess es im Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Das seien 87 Prozent mehr als noch 2016. Schlafmohnpflanzen wuchsen demnach auf rund 328’000 Hektar. In Helmand allein seien die Anbauflächen um 79 Prozent gewachsen.

Ein Sprecher der Taliban, Kari Jusuf Ahmadi, wies Nicholsons Angaben zurück. Es gebe in den Gegenden keine Drogenproduktion. Die USA wollten nur verstecken, dass sie Zivilisten angegriffen hätten.

Ein Provinzratsmitglied, das namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, es habe bei den Angriffen möglicherweise zivile Opfer gegeben. «Die meisten, die in solchen Fabriken arbeiten, sind Zivilisten.»

(SDA)


Newsletter abonnieren