USA prellt Thurgauer Firma um Millionen

Diese Grünanlage zierte den US-Pavillon an der Expo 2015 in Mailand.
Diese Grünanlage zierte den US-Pavillon an der Expo 2015 in Mailand. © KEYSTONE/Christian Beutler
Die Firma Nüssli AG aus Hüttwilen hat den Pavillon der USA an der Expo gebaut. Die Expo ist seit über einem Jahr Geschichte, die Rechnung, welche die Nüssli AG an die USA ausgestellt hat, ist bis dato offen.

Der amerikanische Expo-Pavillon war an der Expo in Mailand einer der bestbesuchten, schreibt der Tagesanzeiger. Mit seiner grünen Wand, aus der Pflanzen aus jedem Bundesstaat wuchsen, war er ein Publikumsmagnet – über sechs Millionen Menschen bestaunten die grüne Wand. Diese wurde von der thurgauischen Nüssli AG gebaut.

Es geht um viel Geld

13,6 Millionen Franken ist die USA der Hüttwiler Firma schuldig, schreibt das amerikanische Magazin «Politico». Der CEO der Nüssli AG, Martin A. Messmer, äusserte sich gegenüber dem Tagesanzeiger nicht zu dem Fall. Allerdings habe Nüssli die Schweizer Regierung mittlerweile um Hilfe gebeten. Das Seco sei «mit den zuständigen US-Behörden in Kontakt», bestätigt Seco-Sprecher Fabian Maienfisch dem Tagesanzeiger. Weitere Fragen wurden nicht beantwortet.

USA ist nicht direkter Schuldner

In der USA gibt es ein Gesetz, das dem Aussenministerium verbietet, öffentliche Gelder für Weltausstellung wie die Expo auszugeben. Deshalb wendet die Regierung einen Trick an und vergibt den Auftrag an ein privates Unternehmen. Dieses Unternehmen wird meist extra für die Organisation des US-Auftrittes gegründet und wird von privaten Sponsoren finanziert, schreibt der Tagesanzeiger. Der 2015 amtierende Aussenminister, John Kerry, konnte jedoch nicht genügend Sponsorengelder auftreiben und die Schulden nicht restlos bezahlen.

Steuergelder müssen in die Bresche springen

Die US-Botschaft sagte gegenüber dem Tagesanzeiger, dass für die Firma Nüssli AG noch Hoffnung bestehe, ihr Geld doch noch zu bekommen. Es sollen Steuergelder eingesetzt werden, um die restlichen Schulden der USA zu bezahlen. Das Aussenministerium habe dem Kongress beantragt, das Gesetz betreffend der Finanzierung von Weltausstellungen für das Jahr 2017 aufzuheben. So könnten die Schulden im nächsten Jahr doch noch bezahlt werden.

Wenn Donald Trump jedoch im Januar 2017 das Amt des Präsident aufnimmt und das Geld bis dahin noch nicht bezahlt wurde, wird die Luft für die Firma Nüssli aus Hüttwilen dünn.

(enf)


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