Vaduz will YB mit Geduld begegnen

YB-Trainer Adi Hütter hat seine eigenen Vorstellungen
YB-Trainer Adi Hütter hat seine eigenen Vorstellungen © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
YB gibt den Kampf um den 2. Platz der Super League und die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation nicht auf. Am Samstag haben die Berner in Vaduz eine vier Monate alte Rechnung zu begleichen.

Nach der Trennung von Uli Forte und dem kurzen Interregnum von Assistent Harald Gämperle war Adi Hütter im letzten September in Bern sogleich der Heilsbringer. Er reichte der verunsicherten Mannschaft sein Credo des offensiven Pressings weiter. Die Spieler schienen es schier von einem Moment auf den andern zu verinnerlichen. Es schauten vier Siege in Serie heraus, nachdem YB als vermeintlicher Herausforderer des FC Basel davor nur zwei von sechs Spiele gewonnen hatte. Den guten Lauf stoppte dann Mitte Oktober das bescheidene Vaduz mit einem 1:1 im Ländle.

Seither ist den Bernern keine positive Serie mehr geglückt, einzig noch eine Serie von drei Unentschieden. Die Berner wollen die Rechnung am Samstag in Vaduz begleichen. Zum Auf und Ab gesellte sich das Ausscheiden aus dem Cup daheim gegen den FCZ.

Adi Hütters Powerspiel hat seinen Glanz wie auch seine Wirksamkeit zum Teil verloren. Die wachsamen Trainerkollegen in der Super League wissen längst, was sie erwartet und wie sie sich auf das Pressing und den Sturmlauf der Young Boys einstellen können. Und fast jeder Trainer, der gegen YB nicht verliert, verwendet nach dem Match das Schlüsselwort: Geduld. Man muss Geduld haben. Die Berner verlieren innerhalb eines Spiels mit dem Pressing so viel Kraft, dass sie mit der Zeit zahm werden.

Der Match YB – GC (1:1) vom letzten Sonntag war ein Musterbeispiel. Die Berner hätten aus der ersten Halbzeit eine Zwei-Tore-Führung herausholen müssen, aber die Zürcher waren am Ende näher am Sieg. Adi Hütter führt dies auch darauf zurück, dass einige Spieler wie von Bergen, Hoarau, Hadergjonaj und Sulejmani aus den verschiedensten Gründen noch nicht ganz fit waren und keine optimale Vorbereitung auf die Rückrunde hatten.

Der Vaduzer Trainer Giorgio Contini macht sich wie seine Kollegen auf eine starke erste Hälfte der Berner gefasst. “Wir brauchen einfach Geduld”, sagt auch er. “Es muss uns gelingen, diese Phase zu überstehen. Dann sollten wir eine Chance haben.” Unter dem 5:2-Sieg in Lugano hat das Selbstvertrauen der Vaduzer wohl nicht gelitten.

Die Super-League-Spiele vom Samstag:

Thun – Lugano (bisherige Duelle der Saison: 3:2, 2:1). – Samstag, 17.45 Uhr. – SR San. – Absenzen: Wieser (verletzt), Ferreira, Trachsel (beide krank); Jozinovic (krank), Datkovic (verletzt). – Statistik: Thun hat die beiden Duelle seit Luganos Wiederaufstieg mit je einem Tor Differenz gewonnen. Unterschiedlicher könnten die Mannschaften nicht ins Frühjahrespensum gestartet sein. Während die Berner Oberländer in St. Gallen drei eher nicht budgetierte Punkte holten, liessen sich die Tessiner daheim beim 2:5 von Vaduz, dem direkten Widersacher im Kampf gegen den Abstieg, auseinandernehmen. “Wir hatten mehr Spielanteile und die besseren Chancen, aber wir haben unglaublich viele Fehler gemacht. Das müssen wir sofort abstellen”, sagte Luganos Trainer Zdenek Zeman. In Luganos Verteidigung dürfte der frühere Schaffhauser Ezgian Alioski für den kranken Goran Jozinovic spielen und somit das Debüt geben. Thuns Trainer Jeff Saibene verlangt von seinen Spielern, dass sie etwas für die Heimbilanz tun. Alle ausser Vaduz haben in dieser Saison daheim mehr Punkte geholt als die Berner Oberländer.

Vaduz – Young Boys (0:4, 1:1). – Samstag, 20.00 Uhr. – SR Schärer. – Absenzen: Schürpf, Kaufmann, Hasler, Fekete, Stahel (alle verletzt), Untersee (rekonvaleszent); Hadergjonaj, Bertone (beide gesperrt). – Fraglich: -; Benito (Kniekehle), Sulejmani, Zulechner (beide mit Grippesymptomen). – Statistik: Das 5:2 in Lugano war der dritte Vaduzer Sieg in dieser Saison – und der mit Abstand höchste. Den Schwung will die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini nutzen gegen ein YB, das seine Stilsicherheit weiterhin sucht. Von den letzten acht Meisterschaftsspielen gewannen die Berner nur gerade eines (2:1 gegen St. Gallen Ende November).

Rangliste: 1. Basel 19/46 (46:20). 2. Grasshoppers 19/34 (47:33). 3. Young Boys 19/29 (31:23). 4. Luzern 19/26 (24:27). 5. Sion 19/25 (22:25). 6. St. Gallen 19/23 (20:23). 7. Thun 19/23 (26:32). 8. Lugano 19/19 (27:39). 9. Vaduz 19/18 (22:29). 10. Zürich 19/17 (27:41).

(SDA)


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