Weiterer Etappensieg fürs Schweizer IAM-Team

Michel Thétaz, der Besitzer der Westschweizer Radsport-Equipe IAM, durfte sich über einen weiteren Etappensieg seines Teams an einer der drei grossen Rundfahrten freuen
Michel Thétaz, der Besitzer der Westschweizer Radsport-Equipe IAM, durfte sich über einen weiteren Etappensieg seines Teams an einer der drei grossen Rundfahrten freuen © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Jonas van Genechten gewinnt die 7. Etappe der Vuelta im Massensprint. Der Belgier beschert dem Schweizer IAM-Team damit auch bei der dritten grossen Rundfahrt des Jahres einen Etappenerfolg.

Ende Saison ist Schluss beim Schweizer Radrennstall IAM, der seit seiner Rückzugsankündigung auf drei sehr erfolgreiche Monate zurückblicken kann. Zumindest eines kann sich Michel Thétaz in seiner letzten Saison als Besitzer von IAM Cycling nicht vorwerfen lassen: nicht das Optimum aus seiner Equipe herausgeholt zu haben.

Drei Monate ist es her, seitdem der Unternehmer aus dem Unterwallis am zweiten Ruhetag des Giro d’Italia die Auflösung der einzigen Schweizer World-Tour-Equipe per Ende Saison bekanntgab. Weil die Suche nach einem Co-Sponsor erfolglos geblieben war, wussten die die 28 Radprofis, die bei IAM dieses Jahr unter Vertrag stehen, dass sie sich mit starken Leistungen anderweitig für einen neuen Kontrakt aufdrängen müssen. Zuvor hatte Thétaz dreieinhalb Jahre vergeblich auf einen grossen Triumph eines IAM-Fahrer gewartet. Und plötzlich lief alles wie geschmiert.

Bereits zwei Tage nach der Rückzugsankündigung war im IAM-Lager die Ernüchterung der Euphorie gewichen. Der Deutsche Roger Kluge sorgte mit dem Gewinn der 17. Etappe für die Siegpremiere des IAM-Teams an einer der drei grossen Rundfahrten (Giro, Tour, Vuelta). Im gleichen Stil ging es weiter. Mitte Juni gewann Jarlinson Pantano in Davos die Schlussetappe der Tour de Suisse, einen Monat später doppelte der Kolumbianer mit dem Gewinn des 15. Teilstücks bei der Tour de France nach.

Und nun triumphierte mit Jonas van Genechten bei der Spanien-Rundfahrt der nächste IAM-Profi. Mit einer offensiven Fahrweise hatte die Westschweizer Equipe die erste Vuelta-Woche mitgeprägt, zum grossen Coup hatte es den Ausreissern Simon Pellaud, Marcel Wyss und zuletzt Mathias Frank in den letzten Tagen jedoch nicht gereicht.

In der Sprintentscheidung der 7. Etappe war gegen Jonas van Genechten aber kein Kraut gewachsen. Mit 29 Jahren gehört der Belgier zu den routinierteren Fahrern im Feld. Als solcher liess er neben dem zweifachen Etappensieger Gianni Meersman (7.) ebenso den Italiener Daniele Bennati (2.) und den Spanier Alejandro Valverde (3.) hinter sich. Mit dem bis anhin grössten Erfolg seiner Karriere bescherte Van Genechten IAM auch in der dritten grossen Rundfahrt des Jahres einen Etappenerfolg.

An der Spitze des Gesamtklassements gab es keine markanten Veränderungen. Dank vier Bonifikationssekunden konnte der Gesamt-Zweite Valverde seinen Rückstand auf den kolumbianischen Leader Darwin Atapuma auf 24 Sekunden verringern. In den nächsten Tagen wird BMC-Profi Atapuma bei der Verteidigung des roten Leadertrikots allerdings stärker gefordert sein. Die drei Etappen bis zum Ruhetag am Dienstag enden allesamt mit einer Bergankunft.

Alberto Contador ist bei seinem Unterfangen, die Spanien-Rundfahrt nach 2008, 2012 und 2014 zum vierten Mal zu gewinnen, ein weiteres Mal gebremst worden. Der 33-jährige Spanier war in der 7. Etappe von Maceda nach Puebla de Sanabria 500 m vor dem Ziel gestürzt, als er in einer Kurve mit einem anderen Fahrer kollidierte. Danach rollte Contador zwar über die Ziellinie, sein Trikot war an der Schulter aber stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

“Meine linke Seite fühlt sich schlecht an. Wir werden sehen. Es wird von jetzt an kompliziert”, sagte der zweifache Tour-de-France-Sieger, der sich im Teamzeitfahren zum Auftakt und in der 3. Etappe bereits einen beachtlichen Rückstand eingehandelt hatte. Als 12. der Gesamtwertung liegt Contador bereits über eine Minute hinter den Mitfavoriten auf den Gesamtsieg.

(SDA)


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