Veloprofis auf dem Säntis

Einige Radprofis der IAM-Gruppe trainieren zur Zeit auf dem Säntis.
Einige Radprofis der IAM-Gruppe trainieren zur Zeit auf dem Säntis. © 20160519_IAM Cycling_Säntis
Der Säntis hat zurzeit Profibesuch: Sechs Rennradfahrer vom Schweizer World Tour Team IAM Cycling absolvieren dort im Moment ein Höhentraining. Die Radprofis wollen sich in der Höhenluft optimal auf die Saisonhöhepunkte vorbereiten. Einziger, kleiner Störfaktor ist das Wetter.

Neben dem Holländer Stef Clement und dem Belgier Dries Devenys sind mit Reto Hollenstein, Marcel Aregger, Martin Elmiger und Mathias Frank vier Schweizer Radprofis des IAM Cycling-Teams auf dem Säntis. Für den gebürtigen Sirnacher Reto Hollenstein ist das Training sozusagen ein Heimspiel. “Der Säntis ist natürlich bekannt, ein Markenzeichen der Ostschweiz. Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier mal trainieren”, sagt er. “Es ist schon etwas Spezielles: Man trainiert in der Heimat. Die Bahn bringt einen ins Tal, wo man alles kennt, und dann abends nach dem Training fährt man wieder hoch. Man verabschiedet sich sozusagen von der Welt”.

Gut für Gemüt und Gesundheit

Warum trainieren die Radprofis denn vom Säntis aus? “In der Höhenluft vermehren sich die roten Blutkörper und das Blutvolumen nimmt zu”, sagt Marcello Albasini, Trainer der IAM Cycling-Truppe und Vater des Thurgauer Radprofis Michael Albasini. Es gebe viele positive Nebenerscheinungen, beispielsweise für die Atmung. “Dazu kommt, dass wir hier oben keine Ablenkung haben. Wir sind unter uns”, sagt er. Es sei etwas ganz Neues.

Essen, radeln, Massage, essen, Gymnastik, essen, schlafen

Der Trainingsalltag ist klar strukturiert. Die Rennfahrer schlafen auf dem Säntis und fahren nach einem ausgiebigen Frühstück um etwa 10 Uhr mit der Seilbahn ins Tal herunter. Von dort aus trainieren sie im Appenzellerland und in der ganzen Ostschweiz. Spätestens um 16:30 Uhr müssen sie wieder auf der Schwägalp sein, um die letzte Bahn hinauf zum Säntis zu erwischen. Dann gibt es einen kurzen Imbiss, dann für die einen Massage, bei anderen wenn nötig Gymnastik, und um 19 Uhr dinieren die Radrennfahrer zusammen mit ihrem Staff, der aus dem Trainer, einem Mechaniker und einem Physiotherapeuten besteht.

Das Wetter stört

Die Höhenluft ist für die Rennprofis kein Problem. “Das Schlafen klappt ganz gut”, sagt Hollenstein. Ein Problem sei eher das schlechte Wetter. Wegen der miserablen Witterung bleiben die Profis auch mal oben auf dem Berg zum Training auf der “Rolle”. “Wir haben hier grosse Räume, es geht also ganz gut”. Sie seien wegen dem schlechten Wetter auch meistens alleine, die Touristen blieben insbesondere über Pfingsten aus. “Wenn ich in der Freizeit bald mal wieder herkommen sollte, dann sicher bei schönem Wetter”, schmunzelt Hollenstein. Vom Nebel und Schnee habe er jetzt genug.

Noch bis Dienstag bleiben die IAM-Profis auf dem Säntis. Danach gilt es zumindest für Reto Hollenstein wieder ernst. Für ihn geht es weiter mit der Belgien-Rundfahrt, danach folgt die Tour de Suisse und dann möglicherweise die Tour de France. Hoffen wir, dass die frische, kühle Säntisluft zu phänomenalen Rennergebnissen führt.

(uli/lak)

 


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