Drei Tote nach Überschwemmungen

Ein Bild der Zerstörung nach den Überschwemmungen in Süddeutschland.
Ein Bild der Zerstörung nach den Überschwemmungen in Süddeutschland. © EPA/FRANZISKA KRAUFMANN
Die schweren Unwetter in Süddeutschland haben in Baden-Württemberg bis zu drei Menschen das Leben gekostet. In Schwäbisch Gmünd kam ein Feuerwehrmann bei einem Rettungseinsatz ums Leben, wie die Stadtverwaltung am frühen Montagmorgen mitteilte.

Auch der Mensch, den der Feuerwehrmann bergen wollte, sei tot. Die Unglücksstelle am Bahnhof von Schwäbisch Gmünd war am frühen Montagmorgen noch überschwemmt, eine Bergung der dort vermutlich ertrunkenen Person sei deswegen zu gefährlich, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf. Die Gmünder Feuerwehr zeigt sich erschüttert über den Tod des ehrenamtlichen Feuerwehrmannes.

In Weissbach bei Heilbronn ertrank ein Mann in einer vollgelaufenen Tiefgarage. Mehrere Menschen waren dort vom einstürzenden Wasser überrascht worden. Der 60-Jährige habe es nicht mehr ins Freie geschafft und sei von Tauchern tot geborgen worden. In der Region seien viele Strassen überschwemmt und von Geröll bedeckt. Weitere Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen.

Fahrzeuge komplett im Wasser

Das Innenministerium in Stuttgart konnte die Zahl von drei Toten bestätigen. Die Angaben würden vom Einsatzstab geprüft, sagte ein Sprecher. Er sprach mit Blick auf die vielen Einsätze im Südwesten zudem von einem “Verdacht auf verletzte Feuerwehrmänner”. Details waren nicht bekannt.

Das Unwetter über der Ostalb hatte die Pegel der Flüsse Rems und Josefsbach am Nachmittag in kürzester Zeit extrem anschwellen lassen. Die meisten Unterführungen in Schwäbisch Gmünd seien vollgelaufen. Zahlreiche Fahrzeuge standen komplett im Wasser und die Einsatzkräfte mussten mehrere Menschen aus ihren Fahrzeugen retten. Im Hölltal waren mehrere Gäste für längere Zeit durch die Wassermassen in einer Gaststätte eingeschlossen.

In ganz Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. An vielen Orten waren die Keller vollgelaufen und Fahrbahndecken von den Wassermassen weggespült worden. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch, sagte im Polizeipräsidium Ulm der Diensthabende Hagen Guderlei: “Der Sachschaden wird immens.” Einsatzkräfte hätten zudem mit Folgen von Schlammlawinen, Erdrutschen und weggespülten Bäumen zu kämpfen.

 

 

Die Autobahn 7 sei wegen grosser Hagelkörner auf der Fahrbahn vier Stunden lang gesperrt gewesen. Wegen der prekären Lage kam im Innenministerium der landesweite Verwaltungsstab der Feuerwehr zusammen.

Auf Fotos lokaler Medien im Internet waren Strassen zu sehen, die reissenden Flüssen glichen. Autos wurden vom Schlammwasser mitgerissen, türmten sich verkeilt übereinander und wurden teilweise in Schaufenster von Geschäften geschleudert. Bei einigen Häusern stand das Wasser offensichtlich bis in Höhe der untersten Fenster.

 

Auch in Bayern – in der Region Ansbach und Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch – richteten Unwetter massive Schäden an. Nach einem Gewittersturm auf der Frankenhöhe wurden Strassen überflutet und Autos mitgerissen. Auch viele Keller in der Region liefen voll, wie ein Sprecher der Integrierten Rettungsleitstelle Ansbach am Morgen mitteilte. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

 

Gebäude können einstürzen

Besonders schwer betroffen waren den Angaben zufolge mehrere Ortsteile von Flachslanden nördlich von Ansbach. Dort seien nach Überschwemmungen einige Häuser einsturzgefährdet. Einsatzkräfte und Feuerwehr versuchten, die Gebäude zu sichern, wie die Leitstelle mitteilte. Auch mehrere Autos seien von den Fluten der über die Ufer getretenen Fränkischen Rezat mitgerissen worden.

 

 

Während der nächtlichen Unwetter in Süddeutschland fielen gewaltige Regenmengen. Auf der Wetterseite des Meteorologen Jörg Kachelmann war von stellenweise 50 bis 100 Litern die Rede, die in Süddeutschland innerhalb von nur ein bis zwei Stunden gefallen seien. Aus dem baden-württembergischen Laupheim sei ein 100-jähriges Hochwasser gemeldet worden.

Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte am Montag vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. Am Neckar habe sich bereits Hochwasser gebildet, hiess es. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

 

 

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen