20 Grad im Zug zu kalt für FM1-Land

Während eines Monats beträgt die Temperatur für SBB-Passagiere 20 statt 22 Grad.
Während eines Monats beträgt die Temperatur für SBB-Passagiere 20 statt 22 Grad. © Keystone/Christof Schürpf
20 statt 22 Grad Celsius in den Zürcher S-Bahn-Zügen: Die SBB testen derzeit, ob den Passagieren auch bei einer zwei Grad kühleren Wagentemperatur noch wohl ist. Ostschweizer Transportunternehmen bleiben derweil bei Temperaturen über 21 Grad. 

Ab morgen Dienstag bis zum 4. Februar 2018 prüfen die SBB eine Massnahme zur Steigerung der Energieeffizienz: Die Temperatur in gekennzeichneten Wagen wird von den bisherigen 22 Grad Celsius im Winter auf 20 Grad gesenkt. Der Wert entspricht der Empfehlung von Energie Schweiz, im eigenen Wohnzimmer höchstens auf 20 Grad zu heizen.

Reisende werden befragt

Um zu erfahren, ob die Passagiere auch mit einer tieferen Temperatur komfortabel reisen, werden sie sowohl an wärmeren als auch an kälteren Tagen befragt. Ihre Meinung kundtun können Reisende auch unter www.sbb.ch/temperatur. Das Testprojekt wird von der Hochschule Luzern begleitet.

Verläuft der Versuch positiv, versprechen sich die SBB grössere Stromeinsparungen. «Würden wir die Raumtemperatur in sämtlichen Wagen der S-Bahn Zürich im Winter um zwei Grad senken, könnten wir pro Jahr etwa 3700 Megawattstunden Strom sparen. Das entspricht dem Verbrauch von rund 1000 Haushalten», heisst es in einer Mitteilung.

Einsparung entspricht Verbrauch von Bussnang

Senke man die Temperatur in sämtlichen S-Bahnen der Zürcher Verkehrsbetriebe (ZVV), betrage die Einsparung 3,7 Gigawattstunden. Das entspricht laut SBB etwa dem Verbrauch der 2200-Einwohner-Gemeinde Bussnang im Kanton Thurgau.

20 Grad bei VBSG, 22 Grad bei SOB

Bei den Verkehrsbetrieben St.Gallen (VBSG) beträgt die Temperatur in den Bussen seit einiger Zeit 20 Grad. Den Fahrern sei es nicht möglich, diesen Wert zu verändern. «Bei uns ist es allerdings schwierig, diese Temperatur konstant zu halten», erklärt Unternehmensleiter Ralf Eigenmann. Dies, weil die Türen ständig geöffnet und geschlossen werden.

«Die Behaglichkeitstemperatur liegt im Winter bei 22 Grad», sagt Christopher Hug, Mediensprecher der Südostbahn (SOB). Reaktionen von Fahrgästen hätten gezeigt, dass die 22 Grad genau richtig seien – weshalb man nicht plane, wie die SBB einen Temperatur-Test durchzuführen oder diese dauerhaft zu senken.

AB: Balance führt zu 21 Grad

Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen (AB), sagt auf Anfrage: «Für unsere Kunden haben sich 21 Grad als perfekte Temperatur eingependelt.» Allerdings sei es bei den älteren Fahrzeugen schwierig, den Temperaturregler exakt einzustellen. «Für die neuen Wagen, die wir im Verlauf von 2018 erhalten, streben wir ebenfalls 21 Grad an.»

Die Wahrnehmung der Temperatur in Zügen sei eine sehr individuelle Angelegenheit, so Huber weiter. Man könne es nicht allen recht machen. «Manche frieren, andere haben zu warm.» Für die Appenzeller Bahnen seien 21 Grad eine «gute Balance zwischen Energieoptimierung und dem Erfüllen der Kundenbedürfnisse».

(lag)


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