Vier Schweizer mit Handicap

Trainer Lucien Favre steht im Rückspiel mit Nice gegen Napoli vor einer Herkules-Aufgabe.
Trainer Lucien Favre steht im Rückspiel mit Nice gegen Napoli vor einer Herkules-Aufgabe. © KEYSTONE/EPA/Sebastien Nogier
Vier Schweizer wollen mit ihren Klubs in die Gruppenphase der Champions League. Alle vier stehen nach den Hinspielen mit dem Rücken zur Wand. Vorab Nice mit Trainer Lucien Favre gegen Napoli.

Die grössten Chancen auf die Wende hat Stürmer Mario Gavranovic mit dem kroatischen Meister Rijeka. Nach drei Niederlagen in Pflichtspielen in Folge hat Rijeka am Samstag in der Meisterschaft mit dem Heimsieg gegen den NK Lokomotiva Zagreb (2:1) zum Erfolg zurückgefunden. Das nährt die Hoffnung, am Dienstag gegen Olympiakos Piräus die Winde zu schaffen. Das Hinspiel in Griechenland hatte Rijeka 1:2 verloren.

Mario Gavranovic, der sich Anfang Juli mit einer Knieverletzung herumgeplagt hatte, kam am Samstag nur zu einem Teileinsatz. Er wartet seit fünf Partien auf ein Tor, dürfte gegen Olympiakos aber – wie im Hinspiel – von Beginn weg spielen. Pajtim Kasami ist derweil bei Olympiakos nach seiner Rückkehr aus England ausser Rang und Traktanden gefallen. Er sitzt auf gepackten Koffern und hofft auf einen Transfer.

Gökhan Inler (Basaksehir Istanbul) und Steven Zuber (Hoffenheim) müssen mit ihren Klub nach Heimniederlagen auswärts einen 1:2-Rückstand aufholen. Die Gegner FC Sevilla beziehungsweise FC Liverpool sind vor heimischem Publikum erst recht zu favorisieren. Ob Inler bei Basaksehir am Dienstag überhaupt zum Einsatz kommt, ist ungewiss. Bislang war der Mittelfeldspieler in der Meisterschaft Stammkraft, kam aber in den Qualifikationsspielen zur Champions League nur zu Kurzeinsätzen.

Eine hohe Hürde hat auch Trainer Lucien Favre am Dienstag mit OGC Nice vor sich. Das 0:2 im Hinspiel in Neapel ist gegen das italienische Spitzenteam eine schwere Hypothek. «Napoli hat einen Super-Sturm und ganz andere wirtschaftliche Möglichkeiten als wir. Aber es ist ein Fussballspiel und alles kann passieren. Wir dürfen uns nicht zum Vornherein geschlagen geben», sagte Nice-Präsident Jean-Pierre Rivère.

Favre wird sein Team im Vergleich zum Hinspiel massiv umstellen – teils gewollt, teils ungewollt. Nach den Platzverweisen in Neapel fehlen Mittelfeldspieler Vincent Koziello und Stürmer Alassane Pléa. Dafür könnte Favre die Offensiv-Trümpfe Wesley Sneijder und Mario Balotelli aus dem Ärmel schütteln. Die beiden ehemaligen Champions-League-Sieger mit Inter Mailand spielten am Samstag beim ersten Sieg im sechsten Pflichtspiel der Saison gegen Guingamp (2:0) erstmals Seite an Seite – wenigstens während 20 Minuten.

Das Handicap aus dem Hinspiel gegen Napoli ist derzeit nicht die einzige Baustelle bei OGC Nice. Die Transfergerüchte um Spielmacher Jean-Michäel Seri reissen nicht ab. Offenbar ist der FC Barcelona gewillt, den in einer Ausstiegsklausel festgelegten Betrag von 40 Millionen Euro zu begleichen. Noch sei niemand mit einer Offerte an sie herangetreten, beteuerten sowohl der Präsident wie der Spieler. Ein Ausscheiden gegen Napoli könnte indes den Abgang des talentierten Ivorers beschleunigen.

Favre sagte zu dieser Personalie wenig und bezog trotzdem klar Stellung. Auf die Frage, ob er sich sein Team ohne Seri vorstellen könne, gab der Romand den französischen Journalisten zur Antwort: «Non!» Vorerst aber will Favre nach den Fehlversuchen mit dem FC Zürich (2006) und Borussia Mönchengladbach (2012) zum ersten Mal die Qualifikation zur Champions League überstehen.

(SDA)


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