Vollgeldinitiative kommt vors Volk

Auch Wilhelm Tell soll unterschrieben haben: Mit diesem Gag begannen die Befürworter der Vollgeldinitiative im Sommer 2014 mit der Unterschriftensammlung - nun sind sie offenbar am Ziel. (Archiv)
Auch Wilhelm Tell soll unterschrieben haben: Mit diesem Gag begannen die Befürworter der Vollgeldinitiative im Sommer 2014 mit der Unterschriftensammlung - nun sind sie offenbar am Ziel. (Archiv) © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die Vollgeldinitiative, die nur noch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die Erzeugung von elektronischem Geld erlauben will, kommt wohl vors Volk. Die Initianten haben nach eigenen Angaben die nötigen 100’000 beglaubigten Unterschriften zusammen.

Diese sollen am 1. Dezember 2015 – zwei Tage vor der offiziellen Einreichefrist – in Bern eingereicht werden, wie der überparteiliche Verein MoMo (Monetäre Modernisierung) mitteilte.

Das Volksbegehren verlangt, dass die Nationalbank neben Münzen und Banknoten auch alles elektronische Geld erzeugt. Dieses elektronische Geld auf Schweizer Konten wird heute zu 90 Prozent von Banken erschaffen. Das sei unsicher und gefährde das Finanzsystem und damit die Volkswirtschaft, sagen die Initianten.

Vollgeld fördere dagegen das traditionelle Bankgeschäft und wirke sich positiv auf die Realwirtschaft, Steuerzahler sowie Kantons- und Bundeskassen aus. Die Initiative wird unterstützt von einem wissenschaftlichen Beirat, dem mehrere Professoren angehören.

Gegner einer Vollgeld-Reform kritisieren unter anderem, dass die Nationalbank zu viel Macht erhalte und nicht über die notwendigen Marktkenntnisse verfüge, um die “richtige” Geldmenge zu bestimmen.

Die Einführung von Vollgeld wäre international ein Novum.

(SDA)


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