Von Flüchtlingen besetzte Schule geräumt

Die Flüchtlinge wurden in offizielle Unterkünfte in Paris und Umgebung gebracht.
Die Flüchtlinge wurden in offizielle Unterkünfte in Paris und Umgebung gebracht. © KEYSTONE/EPA/ETIENNE LAURENT
In Paris ist eine von mehr als tausend Flüchtlingen besetzte Schule geräumt worden. Gut 1300 Flüchtlinge verliessen das frühere Lycée Jean-Quarré im Norden der Stadt am frühen Freitagmorgen auf Anweisung der Polizei, um in offizielle Unterkünfte gebracht zu werden.

Die Flüchtlinge hatten die leerstehende Pariser Schule Ende Juli besetzt. Ende September forderten die Behörden sie auf, das Gebäude innert eines Monats zu räumen.

Als die Polizei am Morgen mit der Räumung begann, warteten zahlreiche Flüchtlinge bereits vor der Tür mit ihrem Gepäck darauf, von Bussen abgeholt zu werden. Die Schule war die letzte grosse inoffizielle Flüchtlingsunterkunft der Stadt, nachdem in den vergangenen Monaten zwei grosse Lager mit jeweils mehreren hundert Bewohnern geräumt wurden.

“Ich weiss nicht, wo ich jetzt hinkomme, aber überall ist es besser als hier”, sagte ein Mann aus Marokko. Seit Juli war die Zahl der Menschen in dem früheren Schulgebäude schnell angewachsen; ein Arzt warnte vor Seuchengefahr.

Vor allem Männer hielten sich in dem Gebäude auf, bei der Räumung zählten die Behörden nur 40 Frauen. Der Präfekt der Region Ile-de-France, Jean-François Carenco, sagte, fast alle der Flüchtlinge wollten in Frankreich Asyl beantragen.

Im Norden des Landes wurden bei Calais indes 14 Flüchtlinge in einem Kühlwagen entdeckt, darunter drei Kinder zwischen sieben und zehn Jahren sowie ein 15 Monate altes Baby.

Die Menschen aus Syrien, Irak und dem Iran hätten sich in dem in Polen registrierten Lastwagen eine leichte Kohlenstoffmonoxidvergiftung zugezogen, teilten die Behörden mit. Alle seien ins Spital gebracht worden und mittlerweile ausser Gefahr.

Nahe Calais existiert seit langem ein grosses inoffizielles Flüchtlingslager. Rund 6000 Menschen warten in dem “Dschungel” genannten Lager unter äusserst prekären Bedingungen auf eine Gelegenheit, über den Ärmelkanal oder durch den Eurotunnel nach Grossbritannien zu gelangen.

Erst kürzlich riefen rund 800 Prominente Frankreichs Behörden in einem offenen Brief auf, die Menschen aus dem Lager in feste Unterkünfte zu bringen.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen