Von Roll schreibt operativ schwarze Zahlen

Der Industriekonzern Von Roll hat 2017 operativ deutliche Fortschritte erzielt. (Archiv)
Der Industriekonzern Von Roll hat 2017 operativ deutliche Fortschritte erzielt. (Archiv) © KEYSTONE/STEFAN DEUBER
Der Industriekonzern Von Roll hat im Geschäftsjahr 2017 nach mehreren verlustreichen Jahren ein positives Betriebsergebnis erzielt. Unter dem Strich schreibt der Konzern hingegen weiterhin einen Verlust.

Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 4,5 Millionen Franken nach einem Minus von 17,3 Millionen Franken im Vorjahr, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Unter dem Strich resultierte dennoch ein Verlust von 4,8 Millionen Franken. Der Fehlbetrag fiel damit allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr. Damals belief sich der Verlust auf 30,3 Millionen Franken.

Für das negative Nettoergebnis verantwortlich waren gemäss Mitteilung hauptsächlich Sonderbelastungen aus dem Wassergeschäft (Von Roll BHU Umwelttechnik GmbH). Dieses Geschäft wurde zum Teil bereits Anfang Februar 2018 an den bisherigen Geschäftsführer und sein bestehendes Kernteam verkauft.

Obwohl die Verbesserung wesentlicher Kennzahlen 2017 für die zunehmende Gesundung des Unternehmens sprechen würden, könne das aktuelle Niveau noch keinesfalls zufriedenstellen, schreiben Konzernchef Christian Hennerkes und Verwaltungsratspräsident Peter Kalantzis in ihrem Brief an die Aktionäre. Das gelte insbesondere für das Nettoergebnis.

Der Konzernumsatz erhöhte sich 2017 insgesamt um 4,1 Prozent auf 332,4 Millionen Franken. Die beiden Unternehmensbereiche erzielten eine Umsatzsteigerung. Das Geschäft mit Verbundwerkstoffen (Composites) legte dabei mit 5,4 Prozent auf 103,5 Millionen Franken stärker zu. Beim Hauptumsatzträger, dem Segment Elektroisolationsmaterialien (Insulation), stieg der Umsatz um 3,5 Prozent auf 228,7 Millionen Franken.

Im Aktionärsbrief wird festgehalten, dass ein deutliches Indiz für die verbesserte Produktivität der um 14 Prozent gestiegene Umsatz pro Mitarbeiter sei. Trotz des Abbaus von rund 300 Stellen seit Mitte 2016 sei es zudem gelungen, die 2017 gesteigerten Absatzmengen in konstanter Qualität zu produzieren.

Der Umsatz in der grössten Absatzregion Europa, Mittlerer Osten und Afrika erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 172,6 Millionen Franken. In der Region Amerika sank der Umsatz um 12,3 Prozent auf 70,7 Millionen Franken. Dies ist vor allem auf den Verkauf des Drahtgeschäfts per Ende Mai 2017 zurückzuführen.

Erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Asien. Hier legte der Umsatz um 18,6 Prozent auf 89,0 Millionen Franken zu. Die stärksten Umsatztreiber waren dabei China und Indien.

Das Jahr 2018 werde nach wie vor unter dem Einfluss der Stabilisierung des Unternehmens stehen, heisst es im Aktionärsbrief weiter. Der Schwerpunkt der Massnahmen werde zunächst auf der Stärkung des Kerngeschäfts und der Begrenzung noch verbliebener Verlustquellen liegen und weniger auf der Erschliessung neuer Wachstumsfelder. Gleichzeitig werde man in verschiedenen Bereichen erste Wachstumsimpulse setzen.

(SDA)


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