Vonn freut sich auch für Jacqueline Wiles

Lindsey Vonn (links) und Jacqueline Wiles begiessen ihren gemeinsamen Erfolg
Lindsey Vonn (links) und Jacqueline Wiles begiessen ihren gemeinsamen Erfolg © KEYSTONE/AP/ALESSANDRO TROVATI
Lindsey Vonn freut sich in Cortina nicht nur ihren Sieg in der zweiten Abfahrt, sondern auch über den 3. Platz ihrer Landsfrau Jacqueline Wiles. Aus einem bestimmten Grund.Vonn zuoberst auf dem Siegertreppchen? Nichts Aussergewöhnliches an sich angesichts der 79 Weltcupsiege der 33-Jährigen.

Jacqueline Wiles zu dessen Linken indes schon, zumal die beiden Amerikanerinnen etwas Besonderes verbindet.

Es ist das zweite Mal, dass «Jackie» Wiles das Podest eines Weltcuprennens bestieg. Und auch der erste Erfolg vor einem Jahr, der 3. Platz in Altenmarkt-Zauchensee, wäre ohne Lindsey Vonns Zutun wohl nicht möglich gewesen. Der Speed-Queen, die mit ihrem zwölften Triumph in Cortina zur ältesten Abfahrtssiegerin avancierte, unterstützte Wiles 2016 finanziell und ermöglichte ihrer Teamkollegin damit die sportliche Zukunft.

Im Gegenzug tritt Wiles als Botschafterin für Vonns Stiftung auf, die sich für die Chancen der Frauen einsetzt. «Ich bin sehr glücklich darüber, eine Teamkollegin wie Jackie Wiles zu haben», erklärte Vonn damals.

2016 drohte Wiles Weltcup-Karriere zu enden, bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hatte. Seit drei Jahren fuhr sie zu diesem Zeitpunkt im Weltcup mit, der Durchbruch hatte auf sich warten lassen. Ein 15. Platz 2014 in Cortina blieb in den ersten drei Jahren das einzige nennenswerte Ergebnis der Speed-Spezialistin, die sich mit Erfolgen im Nor-Am Cup, dem amerikanischen Pendant zum Europacup, und einem nationalen Meistertitel für die höchste Rennklasse aufgedrängt hatte.

Etwas weniger als 1500 Franken brachte ihr der erstmalige Vorstoss in die Top 15 und bis dahin grösste Erfolg ein. Das weitere Preisgeld für die gelegentlichen Resultate in den Top 30 lag bis auf zwei Ausnahmen im dreistelligen Bereich. Zu wenig, um ohne Sponsoren und finanzkräftigen Verband durchzukommen. Der heute 25-Jährigen fehlten die Mittel für eine Fortsetzung der Karriere.

Erst Anfang der Saison 2016/17 und mit Vonns Zustupf begann sich das Blatt zum Guten zu wenden. Ein 10. Rang im Super-G von Lake Louise schien den Knopf zu lösen. Sechs Wochen später folgte der erste Podestplatz, und in dieser Saison stehen bisher drei Top-10-Ergebnisse zu Buche, darunter die Plätze 7 und 3 dieser Tage in Cortina nach verheissungsvollen Trainings.

Ein befreiendes Gefühl sei es, erklärte Wiles hinterher und bedankte sich bei Vonn: «Sie hat viel für meine Karriere getan und gab mir hier über Funk die richtigen Infos an den Start. Ich bin so dankbar, sie als grossartige Freundin und Vorbild zu haben.» Lindsey Vonn freute sich mit: «Jackie mit auf dem Podest zu haben, macht meinen Sieg besonders schön.»

(SDA)


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