“Wasserrohrbrüche wird es immer geben”

Von Dumeni Casaulta
Wasserrohrbruch an der Fürstenlandstrasse im Juli 2015.
Wasserrohrbruch an der Fürstenlandstrasse im Juli 2015. © Benjamin Manser / Tagblatt
Auf der Fürstenlandstrasse in St.Gallen kam es am Sonntagmorgen zu einem Wasserrohrbruch. Wieder, ist man versucht zu sagen. Denn in St.Gallen trat in den letzten Monaten schon diverse Male Wasser aus Leitungen (siehe Bildstrecke). Das Problem ist bekannt: Die Wasserleitungen sind veraltet. Die Sanierung dauert aber.

Die Leitung an der Fürstenlandstrasse, die am Sonntagmorgen geborsten ist, ist 106 Jahre alt. Grundsätzlich gehen die Sankt Galler Stadtwerke davon aus, dass eine Wasserleitung rund 70 Jahre hält. Stellt sich die Frage, warum die marode Leitung nicht längst ersetzt wurde? Die einfache Antwort: Weil das nicht so einfach ist und von mehreren Faktoren abhängt.

Jährlich werden rund 5 Kilometer Wasserleitungen ersetzt

Grundsätzlich gilt bei den Stadtwerken: Wo das Risiko am Grössten ist, wird rasch möglichst saniert. “Wir können aber nicht überall gleichzeitig sanieren, auch wir haben ein Budget, das wir einhalten müssen”, sagt Marcel Steiger, Bereichsleiter Netz, Gas und Wasser der Sankt Galler Stadtwerke. “Wir sanieren jährlich rund 1,5 bis 2 Prozent der Wasserleitungen.” Dies bei einem gesamten Wassernetz von rund 250 Kilometern. Folglich werden pro Jahr zwischen 3,5 und 5 Kilometer ersetzt. “In den letzten beiden Jahren waren es ein bisschen mehr”, sagt Steiger.

Hinzu kommt, dass die Stadtwerke versuchen, Synergien zu nutzen. Heisst, man spricht sich beispielsweise mit dem Tiefbauamt ab. Wenn Leitungen ersetzt werden müssen, schaut man, dass gleich auch andere Arbeiten in oder an der Strasse erledigt werden können. Dadurch können die Kosten geteilt werden und die Anwohner werden nicht unnötig belastet. “Diese Absprachen geben ein Stück weit den Rhythmus vor”, betont Steiger.

Hauptachsen besonders gefährdet

Die Sanierungen sind ein laufender Prozess. Hat man die letzte Leitung saniert, ist die Erste bereits wieder sanierungsbedürftig. In St.Gallen besteht das grösste Risiko für Wasserrohrbrüche in den Hauptleitungen, “den Hauptverkehrsadern des Wassers”. Diese sind in der Rorschacherstrasse, in der Zürcherstrasse und in der Fürstenlandstrasse. Weil in den Hauptleitungen mehr Wasser durchfliesst, sind auch die Schäden bei einem Rohrbruch grösser. Einige Sanierungen wurden an diesen Hauptleitungen bereits gemacht. An der Rorschacherstrasse sind nächstes Jahr weitere Arbeiten geplant.

Risiko von Leitungsbrüchen besteht weiterhin

Es kann also weiterhin zu spektakulären Rohrbrüchen kommen. “Mit Wasserrohrbrüchen muss man immer rechnen, in jeder Stadt”, sagt Bereichsleiter Marcel Steiger. “Wir können ein Stück weit vorbeugen, indem wir das Netz abhorchen. Schon kleine Risse in den Leitungen sind hörbar und so kann man reagieren.” Alles könne man aber nicht voraussehen, beziehungsweise -hören.


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