Wegen Statik: Hüpfverbot für Fans

Den Fans des 1. FC Magdeburg wurde ein Hüpfverbot im eigenen Stadion auferlegt.
Den Fans des 1. FC Magdeburg wurde ein Hüpfverbot im eigenen Stadion auferlegt. © (Scrrenshot YouTube)
Für den Fussball-Drittligist 1. FC Magdeburg werden die eigenen Fans zu einem Problem. Das Stadion des Clubs steht nicht auf sicheren Stützen. Wird in der MDCC-Arena auf und ab gesprungen, besteht die Gefahr, dass die Tribüne nicht standhält.

Wenn die 20’000 Sitzplätze im Magdeburger Stadion voll besetzt sind, tobt die Arena. Die Magdeburg-Fans feuern ihre Spieler nicht nur lautstark an, sie sind auch sehr bewegungsfreudig. Ihr Spezialgebiet: Gleichmässiges, rhythmisches Hüpfen. Was wunderbar aussieht ist aber gefährlich.

Gutachten fällt schlecht aus

Denn die Tribüne der MDCC-Arena in Magdeburg schwingt zu stark. Ein Ingenieursbüro hat errechnet, dass ein Aufenthalt im Magdeburger Stadion riskant wird, wenn Fussballfans darin auf und ab springen. Nach Angaben der Stadt Magdeburg, welche Eigentümerin des Stadions ist, wurden bei Messungen während eins Spiels Anfang November zulässige Grenzwerte deutlich überschritten.

Im vergangenen Sommer hatte es erste Hinweise gegeben, dass sich durch das rhythmische Hüpfen der Magdeburger Fans die Standzeit des Stadions verringert. Daraufhin hatte die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das darstellen soll, wie hoch die Schwingungen der Tribünen wirklich sind.

Panikgrenze überschritten

Durch die hüpfenden Stadionbesucher wurden Beschleunigungen festgestellt, die deutlich über der sogenannten «Panikgrenze» lagen. Diese bezeichnet das Gefühl, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr fliehen zu müssen. Beim Hüpfen in der MDCC-Arena könnten sowohl Panikausbrüche durch stürzende Fans als auch das Lösen von Fertigteilen nicht mehr ausgeschlossen werden können. Die Bewegungen sollen auch die Statik gefährden.

Das Derby gegen den Halleschen FC wird diesen Samstag nun ohne Fans stattfinden. Einfach ein generelles Hüpfverbot auszusprechen sei nicht umsetzbar. Dies, weil das Hüpfen seit jeher Teil der Fankultur des FC Magdeburg sei, sagt der FCM-Sportdirektor Mario Kallnik dem MDR.

(red.)


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