Weihnachtsbaum mieten liegt im Trend

Ein Christbaum - ob gemietet oder gekauft - gehört bei vielen Schweizer Familien zu Weihnachten. (Symbolbild)
Ein Christbaum - ob gemietet oder gekauft - gehört bei vielen Schweizer Familien zu Weihnachten. (Symbolbild) © Keystone/LAURENT GILLIERON
Weihnachtsbäume mieten anstatt verbrennen: das ist nachhaltig und spart Zeit. Zahlen zeigen, dass es in der Schweiz boomt, einen Christbaum im Topf zu mieten und nach Weihnachten wieder zurückzugeben.

“Wir verzeichnen dieses Jahr eine enorme Absatz-Steigerung bei Tannenbäumen zum Mieten”, sagte Christian Schutz, einer der Geschäftsführer des Familienbetriebs Schutzfilisur auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er sei selber überrascht von der grossen Nachfrage. Weggekommen seien dieses Jahr rund 4000 Topf-Tannenbäume. Angefangen hat Schutz 2013 mit 300 Miet-Bäumen.

“Viele Leute bedauern, dass der Baum nach Weihnachten einfach weggeworfen wird”, sagt Michael Christen, Geschäftsführer von “Traumbaum”. 1,2 Millionen Bäume würden jedes Jahr nach Weihnachten in der Schweiz verbrannt.

Nachhaltigkeit ist hoch im Trend

Ganz verzichten auf einen Tannenbaum will aber trotzdem niemand. Einen Baum zu mieten sei deshalb eine gute Alternative. Auch Christen hat mit seinen Tannenbäumen Erfolg. 2014 verkaufte er in der Region Bern 250 Weihnachtsbäume, heute sind es schon 400.

Es gebe viele Junge, die einen Baum aus Gründen der Nachhaltigkeit und der Umwelt zuliebe mieteten, so Christen. Dann gebe es auch viele, denen ein gelieferter Topf-Baum mehr Komfort biete und weniger Aufwand verursache. “Gerade ältere Leute profitieren vom System, weil wir ihnen den Baum direkt nach Hause liefern”, so Christen. Das Angebot werde aber von allen Altersgruppen genutzt.

“Besonders in Städten und Agglomerationen sind die Topf-Tannen ein Erfolg”, sagte Schutz. Im Internet kann man die Sorte und Grösse des Baumes bestimmen sowie Liefer- und Abholdatum.

Fraglich ist, ob die individuelle Lieferung den ökologischen Nutzen nicht wieder zunichte macht. “Wir planen die Route und verteilen die Bäume gleichzeitig in der Region Bern”, so Christen. Im Endeffekt würden sie weniger Kilometer machen als jeder Haushalt einzeln.

Die Kosten für einen gemieteten Baum sind nicht viel höher als für einen gekauften. Mehrkosten entstehen vor allem wegen des grösseren Aufwands für die Unternehmen.

Maximal zwei Wochen in der guten Stube

“Christbäume in Töpfen sind gar nicht so einfach zu halten”, sagte Schutz. Wenn die Tannenbäume im Januar zurückkommen, werden sie bei Schutzfilisur zuerst in einem Gewächshaus bei null Grad anklimatisiert. Zudem sei das Wässern aufwändiger und je nach Grösse müsse der Baum in einen anderen Topf umgepflanzt werden, sagte Schutz.

Wichtig ist laut Schutz, die Kunden zu sensibilisieren und ihnen das Pflegen beizubringen. Am Anfang habe Schutzfilisur teilweise vertrocknete Bäume zurückerhalten. Der Baum müsse regelmässig Wasser erhalten und genügend Abstand zu einer Heizung haben.

Zudem sollte der Tannenbaum höchstens zehn bis maximal 14 Tage im Innern sein, sagte Christen. Der Baum dürfe nach Belieben geschmückt werden – auch mit Kerzen. Nur Lametta und Schneespray sei verboten. “Lametta ist für uns mühsam zu entfernen und Schneespray schliesst die Poren der Bäume”, erklärt Christen.

Grundsätzlich würden die Leute aber Sorge tragen. “Wir sind positiv überrascht”, sagte Christen. Nur ein kleiner Teil von ungefähr zehn Prozent übersteht die Saison nicht. Bei Christen werden die Bäume nach Weihnachten wieder in die Erde gepflanzt, Schutz pflegt die Bäume im Topf weiter.

Schutz ist sich sicher, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Im Gärtner-Betrieb in Graubünden sind aktuell 10’000 kleine Topf-Tannen gezüchtet, die in ein paar Jahren bereit sein werden und als Miet-Christbäume dienen können.

Ein neuer Trend ist auch der Familienbaum: Jedes Jahr kann derselbe Baum gemietet werden, der immer ein wenig grösser wird. “Es gab schon Familien, die ihren Baum bei uns besucht und ihren Namen eingraviert haben”, erzählte Schutz. Vor allem bei den Kindern finde diese Idee Anklang.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen