«Das ist für mich wie Weihnachten»

Manfred Fries alias «Dä Brüeder vom Heinz» liebt Weinfelden.
Manfred Fries alias «Dä Brüeder vom Heinz» liebt Weinfelden. © Screenshot Youtube/Dä Brüeder vom Heinz
Er ist ein «cooler Hund» aus dem Thurgau und nur die Weinfelder Frauen können ihn überzeugen. «Dä Brüeder vom Heinz» hat am Sonntag seine Hymne an Weinfelden veröffentlicht.

In Siegershausen will er bei keiner «pfuuse», in Tägerwilen möchte er nicht verweilen, in Frauenfeld wollen sie nur an sein Geld und in Amriswil kiffen sie zu viel. Der Thurgauer Musiker Manfred Fries alias «Dä Brüeder vom Heinz» weiss genau, weshalb für ihn nur Frauen aus Weinfelden in Frage kommen. «Wyfelde, isch für mich de richtig Platz. Denn in Wyfelde find ich min goldige Schatz», trällert der 58-Jährige in seinem neuen Song «Wyfelde» aus dem im April getauften Album «Coole Hund».

Hymne und Liebeslied

Aufgewachsen ist Fries in einer Schaustellerfamilie, weshalb er über Jahre keinen fixen Wohnsitz hatte. «Während 30 Jahren war Kreuzlingen mein Lebensmittelpunkt», sagt er gegenüber FM1Today. Heute lebt er in der Nähe von Weinfelden, dem Wohnort seiner Freundin. «Ich hätte selber nicht gedacht, dass ich mich hier einmal so wohl fühlen würde.» «Wyfelde» sei nicht nur eine Hymne an seine liebste Thurgauer Ortschaft, sondern auch ein spezielles Liebeslied. Während «Dä Brüeder vom Heinz» für Weinfelden wirbt, kann er nicht sagen, welche Thurgauer Ortschaft er am wenigsten mag.

Wie seine Freundin reagierte, als sie «Wyfelde» zum ersten Mal hörte? «Sie sagte, ich könne das nicht bringen», sagt Fries und lacht. Die Zustimmung seines Produzenten und seiner 77-jährigen Mutter hätten ihn aber überzeugt, «einmal etwas zu wagen». Der Song beruhe schliesslich nicht auf eigenen Erfahrungen; mindestens, was die Frauengeschichten angeht.

Manfred Fries’ Song wurde während der ersten 24 Stunden auf verschiedenen Plattformen mehrere tausend Male angeklickt. «Das ist für mich wie Weihnachten. Dass sich auch so viele Junge für meine Musik interessieren, freut mich unheimlich.»

«Erster Musik-Skandal im Thurgau»

Auf Facebook kündigte «De Brüeder vom Heinz» bereits drei Tage vor der Veröffentlichung des «Wyfelde»-Videos an, der Kanton Thurgau könnte «zum ersten Mal in seiner Geschichte von einem Musik-Skandal erschüttert werden». In seinem eigens kreierten Artikel entschuldigt er sich bei der weiblichen Bevölkerung aus den im Song vorkommenden Gemeinden. «Ich wollte doch nur meine Liebe zu Weinfelden in spassiger Form besingen!»

Bislang hätten sich sehr wenige Frauen aus den erwähnten Gemeinden in «Wyfelde» beschwert, sagt «Dä Brüeder vom Heinz». «Ich habe wirklich nur aus reinem Spass ‹herumgebasht›. Es gibt bestimmt auch hübsche Frauen in Kemmental, ich kenne sie nur nicht.»

«Vom Europäischen Gerichtshof geprüft»

Es habe eine Weile gedauert, bis er «Wyfelde» habe veröffentlichen können, postete «Dä Brüeder vom Heinz» auf Facebook. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte habe das Video zuerst prüfen müssen, so die Behauptung des Musikers. Die Behörden hätten schliesslich entschieden, das kontroverse Video sei unbedenklich und dürfe veröffentlicht werden. «Das war natürlich erfunden», gibt Manfred Fries zu, «die haben doch keine Zeit für solche Sachen». Man merkt, der Thurgauer nimmt sich selber nicht allzu ernst.

Mit «Fitti Manne» an den ESC

Es ist nicht das erste Mal, dass «Dä Brüeder vom Heinz» mit einem seiner Songs auffällt. Mit «Fitti Manne» wollte er 2016 am Eurovision Song Contest teilnehmen (FM1Today berichtete). Schwer verständlich, warum es nicht geklappt hat… 😉

(red.)


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