Weitere Firma verlässt Wolfhalden

Die HWB Kunststoffwerke AG verlegt die Produktion nach Tschechien.
Die HWB Kunststoffwerke AG verlegt die Produktion nach Tschechien. © Tagblatt/Jesko Calderara
Ein weiteres Industrieunternehmen verlässt Wolfhalden: Die HWB Kunststoffwerke AG verlegt im Herbst die Produktion nach Tschechien. 25 Mitarbeitende verlieren ihre Arbeitsstelle per Ende August.

Nur das Verkaufsteam, das aus fünf Personen besteht, bleibt in der Schweiz. Sie werden Anfang nächsten Jahres an einem neuen Standort in der Ostschweiz tätig sein, schreibt die Appenzeller Zeitung. Ende des Jahres läuft der Mietvertrag für die Räumlichkeiten aus. Was mit der Gewerbeliegenschaft geschieht, ist noch unklar.

Die 25 Mitarbeitenden würden derzeit dabei unterstützt einen neuen Job zu finden und man gehe davon aus dass alle einen finden würden, heisst es durch die Verantwortlichen der HWB Kunststoffwerke AG. Für die Kunden würde sich nichts ändern, es bleibe alles wie gewohnt, schreibt die HWB Kunststoffwerke AG in einer Mitteilung.

Die HWB Kunststoffwerke AG produziert individuelle Lösungen aus Kunststoff sowie Sonderanfertigungen für Industrie, Schulen, Büro, Tourismus und Banken. Die HWB Kunststoffwerke AG gehört zur tschechischen Firmengruppe «Pro Office s.r.o.». Diese wiederum wurde im Juni von der «Groupe Hamelin» aus Frankreich übernommen.

Ab Herbst 2018 werden die Produkte der HWB Kunststoffwerke AG in Tschechien produziert. Grund für die Auslagerung sei die schwierige Lage der Branche. Der Markt für Büroartikel sei umkämpft. Stefan Dudli, Verwaltungsratspräsident der HWB Kusnststoffwerke AG, sagt gegenüber der Appenzeller Zeitung, dass der starke Franken ebenfalls ausschlaggebend gewesen sei. Gegenüber FM1Today wollte Stefan Dudli sich nicht weiter dazu äussern.

«Ein Verlust für uns»

Gemeindepräsident Gino Pauletti bedauert den Wegzug der HWB Kunststoffwerke AG. Nach der Medicel AG ist dies, innerhalb weniger Jahre, der zweite grosse Industriebetrieb, der Wolfhalden verlässt. «Viele Arbeitsplätze gehen verloren. Früher gab es in der Gemeinde rund 600 Arbeitsplätze, in den vergangenen Jahren haben diese um rund 100 Stellen abgenommen», sagt Pauletti gegenüber FM1Today.

Er sagt, es habe in den letzten Jahren viele neue Einwohner in Wolfhalden gegeben. Auch sonst habe sich die Gemeinde gut entwickelt. Daher sei es schade, dass das Gewerbe schrumpfe. «Die Gemeinde steht nach wie vor gut da, aber dennoch ist das ein Verlust für uns», sagt Pauletti.

Gemeindepräsident Gino Pauletti sagt, die Auslagerung der HWB sei ein Verlust.

Gemeindepräsident Gino Pauletti sagt, die Auslagerung der HWB sei ein Verlust (Bild: Pd/Archiv)

Unklare Zukunft für das Areal

Nicht nur die wegfallenden Arbeitsplätze sind spürbar, sondern auch die fehlenden Steuereinnahmen. Wie hoch diese Summe sein wird, kann jetzt noch nicht genau beziffert werden. «Schon durch den Wegzug der Medicel AG fiel ein grosser Steuerzahler weg. Doch die neuen Einwohner konnten diese fehlenden Steuern etwas ausgleichen», sagt Pauletti.

Was mit der Gewerbeliegenschaft geschieht ist noch unklar. Die Eigentümerin, die HWBconsult AG, sucht nach Lösungen und Möglichkeiten. «Solange die Räumlichkeiten nicht vermietet oder verkauft sind, fehlen sowohl uns als auch der Eigentümerin die Einnahmen. Was ich mir gut vorstellen könnte ist, dass ein Gewerbepark mit verschiedenen Firmen entstehen könnte», sagt Pauletti. Doch dazu brauche es sicherlich Investoren.

Die Grösse des Areals bietet viel Spielraum, jedoch könnte die Lage ein ausschlaggebender Punkt sein. Vom Autobahnanschluss fährt man noch 20 Minuten bis zur Firma. Obwohl Wolhalden gut erreichbar ist, könnte dieser Weg ein Kriterium sein, sagt Pauletti.

(str)


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