Thurgauer Regierung räumt im Fall Hefenhofen Fehler ein

Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig, Regierungsrat Walter Schönholzer und Polizeikommandant Kapo Thurgau Jürg Zingg (v.l.) mussten schon mehrfach der Presse Rede und Antwort stehen. Heute will sich die Thurgauer Regierung erneut zu den Tierschutz-Fällen äussern. (Archivbild)
Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig, Regierungsrat Walter Schönholzer und Polizeikommandant Kapo Thurgau Jürg Zingg (v.l.) mussten schon mehrfach der Presse Rede und Antwort stehen. Heute will sich die Thurgauer Regierung erneut zu den Tierschutz-Fällen äussern. (Archivbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ
Die Thurgauer Regierung räumt Fehler im Umgang mit dem mutmasslichen Tierquäler von Hefenhofen ein. Laut «Blick» hält auch ein Bauer in Bussnang trotz Tierhalteverbots Kühe unter miserablen Bedingungen. Einzelheiten dazu gab der Kanton vorerst nicht bekannt.


Wie der «Blick» berichtete, erliessen die Thurgauer Behörden gegen den betroffenen Bauern im Weiler Reuti bei Bussnang schon 2010 ein Tierhalteverbot, nachdem der Thurgauer Tierschutzverband eine Anzeige eingereicht hatte. Trotzdem soll der Bauer noch immer rund 60 Kühe unter fragwürdigen Bedingungen halten.

Laut Blick sollen die Thurgauer Behörden auch bei diesem «Skandalhof» weggeschaut haben

Laut «Blick» sollen auf diesem Hof in Reuti Tiere unter fragwürdigen Bedingungen gehalten werden (Bild: Screenshot Google Maps)

Nun will der zuständige Regierungsrat Walter Schönholzer Licht in den Umgang der Thurgauer Behörden mit diesem Fall und weiteren Tierschutzfällen bringen, wie er am Mittwochvormittag vor Journalisten versprach. Weitere Fragen zum Fall von Bussnang will die Staatskanzlei am Mittwochnachmittag schriftlich beantworten.

Kanton setzt Untersuchungskommission ein

Wie viele Tierhalteverbote insgesamt im Thurgau bestehen, konnte Schönholzer nicht sagen. Das müsse die am Dienstag eingesetzte externe Untersuchungskommission beantworten. Deren personelle Besetzung sei noch offen. Involviert werden sollen Tierärzte, Vollzugspersonen, Juristen, Tierschützer und Vertreter der Landwirtschaft. Bis spätestens Ende Jahr solle ein erster Bericht mit Massnahmen zuhanden des Regierungsrats vorliegen, sagte Schönholzer.

Mängel korrigieren

Schönholzer und Regierungspräsidentin Carmen Haag wiederholten vor den Medien, was sie bereits am Morgen im Kantonsparlament gesagt hatten. Ein Fall wie in Hefenhofen dürfe sich nicht wiederholen, sagte Schönholzer.

Die Regierung bedaure diesen «extremen» Fall und werde mit Hilfe der Untersuchungskommission die Vorkommnisse schonungslos und systematisch analysieren. Allfällige Vollzugsmängel müssten korrigiert werden.

Schönholzer dankte zudem der «mutigen» Frau, welche Zivilcourage gezeigt und die schrecklichen Zustände auf dem Hof in Hefenhofen dokumentiert hatte. Die Frau, die anonym bleiben will, hatte den Pferdehalter Ende Juli angezeigt. Die Thurgauer Regierung sei Anfang August über den Fall informiert worden, sagte Haag.

Anlässlich der Parlamentsdebatte demonstrierten erneut rund 30-40 Tierschützer in Frauenfeld. Sie kritisierten die Verantwortlichen.

Demonstration in Frauenfeld

Empörte Tierschützer demonstrierten am Mittwochmorgen vor dem Frauenfelder Rathaus, wo die Sitzung des Grossen Rats stattfand. Ihr Protest richtete sich gegen den Thurgauer Veterinärdienst. Diesem warfen die Demonstranten vor, im Fall des Pferdehalters von Hefenhofen nicht adäquat reagiert zu haben.

(SDA)


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