Weniger aber grössere Firmenübernahmen in der Schweiz

Der Sitz von ChemChina in Peking: Der Chemiegigant kündigte im Februar für eine Rekordsumme den Kauf des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta an.
Der Sitz von ChemChina in Peking: Der Chemiegigant kündigte im Februar für eine Rekordsumme den Kauf des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta an. © Keystone/EPA/WU HONG
Die Zahl der Fusionen und Übernahmen von Unternehmen in der Schweiz ist im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen. Der Kauf des Basler Agrarchemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Chemiegiganten ChemChina führte aber zu einem beinahe doppelt so hohen Volumen.

In den ersten sechs Monaten gab es 164 Fusionen und Übernahmen mit Schweizer Beteiligung, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Beratungsunternehmens KPMG hervorgeht. Dies entspricht einem Rückgang von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im zweiten Quartal kam es zu einem deutlichen Anstieg der Transaktionen um 38 Prozent, nachdem sich die Investoren im ersten Quartal noch stärker zurückgehalten hatten. Auch die Grösse der Deals nahm im zweiten Quartal stark zu, das Volumen der grössten zehn Transaktionen stieg deutlich.

Insgesamt stieg das Volumen im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent.

Die mit Abstand grösste Transaktion war mit einem Kaufpreis von 46 Milliarden Dollar die im Februar angekündigte Übernahme von Syngenta durch ChemChina. Der Deal sei sinnbildlich für die gegenwärtige Investitionslust chinesischer Unternehmen im Ausland, schreibt KPMG in seinem M&A-Report (Mergers & Acquisitions).

Der Kauf des Flugcaterers Gategroup durch die chinesische HNA Group über 1,9 Milliarden Dollar gehört ebenfalls zu den zehn grössten Deals des ersten Halbjahrs.

Besonders stark investiert wurde nach Angaben von KPMG in Industrie- und Konsumgüterunternehmen. Als bemerkenswert streicht das Beratungsunternehmen den Kauf von Premier Farnell durch Dätwyler heraus. Den Urner Industriezulieferer legt für den britischen Elektronikgrosshändler 1,15 Milliarden Dollar auf den Tisch.

Der Rohstoffkonzern Glencore verkaufte für 2,5 Milliarden Dollar einen 40-Prozent-Anteils am Agrargeschäft an den kanadischen Pensionsfonds CPPIB. Für Aufsehen sorgte zudem die Übernahme des Reisekonzern Kuoni für 1,4 Milliarden Dollar durch die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT.

In den Top Ten der volumenstärksten Transaktionen befinden sich auch zwei Deals aus dem Finanzdienstleistungsbereich. BTG Pactual kündigte einen geplanten Verkauf der BSI an die EFG International über rund 1 Milliarde Dollar an und die Grossbank Credit Suisse veräusserte ein Kreditportfolio im Wert von knapp 1,3 Milliarden Dollar an die Privatmarkt-Investorin TSSP.

Weiter stiess die Partners Group ihre 2014 erworbene Beteiligung am Gesundheitsdienstleister MultiPlan über 7,5 Milliarden Dollar wieder ab.

(SDA)


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