Weniger Neuwagenkäufe für 2016 prognostiziert

Finden 2016 weniger Abnehmer: Neuwagen, hier bei der VW-Importeurin Amag in Lupfig AG. (Archiv)
Finden 2016 weniger Abnehmer: Neuwagen, hier bei der VW-Importeurin Amag in Lupfig AG. (Archiv) © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der Schweizer Autohandel muss 2016 den Gürtel enger schnallen. Das Forschungsinstitut Bakbasel prognostiziert einen Rückgang der Neuwagenverkäufe um 8,1 Prozent. Die Occasionsverkäufe dürften noch um 0,5 Prozent zulegen. Grund ist die Sättigung.

Für die trübe Prognose macht Bakbasel das langsame Erstarken des Euro gegenüber dem Franken wegen des Aufschwungs im Euroraum dingfest, wie das Institut in seinem im Auftrag des Auto Gewerbe Verbands Schweiz verfassten Ausblick am Dienstag schreibt.

Mit der erstarkten Gemeinschaftswährung verschwinden die Preisnachlässe im heimischen Autohandel. Zudem führen die im laufenden Jahr durch die Vergünstigungen beflügelten Neuzulassungen zu einer Sättigung.

Statt für 323’000 neue Autos wie im laufenden Jahr dürften die Garagisten 2016 nur noch für 297’000 Fahrzeuge die Schlüssel aushändigen. Im Gebrauchtwagenmarkt macht sich die Tendenz später bemerkbar, Bakbasel rechnet noch mit einer Zunahme um ein halbes Prozent.

2015 können die Garagisten indessen punkto Stückzahlen nicht klagen. Die merklich abgekühlte Konjunktur bekommen sie kaum zu spüren, stellt Bakbasel fest. Der Wegfall des Euro-Mindestkurses hatte im Autohandel deutlich sinkende Preise für neue Personenwagen zur Folge. Die Währungsrabatte und gesunkenen Listenpreise liessen die Neuwagenverkäufe nach oben schnellen.

Nach kurzer Absatzabnahme zu Jahresbeginn reagierten die Autoverkäufer im Januar schnell und ein Nachfrageansturm setzte ein. Zwischen Januar und September resultierte so ein Absatzplus von 9,3 Prozent. Im vierten Quartal dürfte sich das leicht abkühlen wegen des starken Vorjahresquartals.

Bakbasel geht 2015 von rund 323’000 in Verkehr gesetzten Neuwagen aus, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber 2014. Für die Garagisten ist das kein Grund zum Jubeln, stehen sie doch wegen der gesunkenen Preise unter noch grösserem Margen- und Rentabilitätsdruck.

Verzögert reagierte auch der Occasionsmarkt auf die Preissenkungen, was einen Rückgang der Handänderungen verhinderte. Im Gesamtjahr 2015 rechnet Bakbasel mit einer Zunahme von 2,3 Prozent gegenüber 2014 und etwa 854’000 Halterwechseln.

(SDA)


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