Wer den Wolfs-Mörder findet, kriegt eine Belohnung

Das Calandarudel.
Das Calandarudel. © Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Unbekannte haben im Bündnerland einen Wolf geschossen und dessen Kadaver in einem Tobel entsorgt. Tierschützer sind entrüstet und setzen eine Belohnung für jegliche Hinweise zur Täterschaft aus.

“Welche Geldbeträge wir aufwenden wollen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen”, so David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz gegenüber dem St.Galler Tagblatt, klar sei hingegen, dass sie zahlen werden. Bereits nach dem Fund eines verwesten Tierkadavers im Wallis, habe die Gruppe beschlossen, eine Belohnung auszusetzen. “Wir gehen davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer von illegal getöteten Grossraubtieren in der Schweiz gibt.”

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gruppe über eine Belohnung diskutiert. Bereits im Jahr 2014, als ebenfalls im Bündnerland ein Wolf gewildert wurde, hat die Gruppe eine Belohnung versprochen. Damals war sie über 10’000 Franken hoch. Der Fall erlangte vor allem öffentliches Interesse, weil der Wolf damals mit einem Sturmgewehr erledigt wurde. Im aktuellen Fall wurde der Wolf jedoch mit Schrott niedergestreckt, was ein Hinweis darauf sein kann, dass es sich um einen Fehlschuss bei der Fuchsjagd handelte.

Nicht nur Wolf Schweiz ist verärgert, auch die Jungen Grünen äussern sich zum Fall. Sie kritisieren, dass die Bauern sich öffentlich für einen Abschuss einsetzen. Ausserdem soll die Abschussbewilligung gegen zwei Jungwölfe des Calandarudels umgehend zurückgezogen werden. Dazu sei das Amt für Jagd und Fischerei jedoch nicht gezwungen. Wie Georg Brosi vom Amt sagt, werde der jetzige Fall aber berücksichtigt.

(red)


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