Wer entscheidet über Todkranke?

Rouven Porz (l.) und Hubert Kössler sind Ethiker am Inselspital Bern.
Rouven Porz (l.) und Hubert Kössler sind Ethiker am Inselspital Bern. © zVg
Was tun mit Patienten, die todkrank sind? Sollen sie noch operiert werden oder nicht? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Ethiker am Inselspital Bern. Hier erzählen sie aus ihrem Alltag.

Kann einem todkranken Patienten noch eine Operation zugemutet werden? Ergibt das überhaupt Sinn? Das sind schwierige Fragen, die das Spitalpersonal beantworten muss. Wenn das Ärzteteam nicht mehr weiterkommt, werden Menschen wie Hubert Kössler und Rouven Porz herbeigezogen. Sie sind Ethiker am Inselspital in Bern, wobei Hubert Kössler nebenbei ebenfalls als Seelsorger tätig ist. Ihre Aufgabe: In schwierigen Fällen von todkranken Menschen die Argumente sammeln, Pro und Kontra abwägen, und dies möglichst ohne Emotionen.

«Wir sind keine Moralapostel»

«Wir versuchen, dem Team zu helfen, zu einer guten Entscheidung zu kommen, die sie dann den Angehörigen als Vorschlag kommunizieren können. Wir treffen nicht selber Entscheidungen», sagt Hubert Kössler. «Wir sind keine Moralapostel und sagen, was die Leute zu tun haben.»

Ärzte konsultieren Ethiker

Wenn es sich um eine schwierige Situation handelt und die Ärzte nicht weiter wissen, konsultieren sie die Ethiker. «Nicht wir gehen zu den Ärzten, sondern die Ärzte kommen auf uns zu», sagt Rouven Porz. «Oftmals merkt man, dass es hilfreich ist, eine andere Person dabei zu haben, die den Patienten und seine Angehörigen nicht kennt. Das kann eine grosse Unterstützung sein.»

Inwiefern die Finanzen für die Aufgabe des Ethikers relevant sind, erklärt Hubert Kössler im Interview:


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