Wer hat eigentlich den Gotthard-Tunnel gebaut?

Schweizer waren beim Tunnelbau in der Unterzahl.
Schweizer waren beim Tunnelbau in der Unterzahl. © Keystone/Christian Beutler
Am Mittwoch wird mit dem Gotthard der längste Eisenbahntunnel der Welt eröffnet. Der ganze Stolz der Schweizer Baukunst. Dabei haben den Gotthard kaum Schweizer gebaut.

57 Kilometer lang ist der neue Gotthard-Basistunnel und damit der längste Eisenbahntunnel der Welt. 17 Jahre lang wurde dafür gearbeitet. Rund um die Uhr waren die Büezer in drei Schichten auf dem Bau.

Wenn er am Mittwoch eröffnet wird, werden die Redner garantiert wieder die Schweizer Präzision und die Schweizer Leidenschaft für technische Innovationen betonen. Ja, wir dürfen stolz auf unsere vielbeschworenen Schweizer Tugenden sein.

Kaum Schweizer

Aber stimmt das wirklich? Nicht ganz. Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg ausgerechnet hat, sind vor allem Ausländer für das Meisterwerk Gotthard-Basistunnel verantwortlich. Die Arbeiter kamen aus Italien, Österreich, Deutschland, Portugal und vielen anderen Ländern. Schweizer waren nur gerade 14 Prozent auf der Baustelle.

Schneller im Tessin

Mit dem Gotthard-Tunnel ändert sich auch der Fahrplan von Norden nach Süden. Rund 30 Minuten schneller soll man neu im Tessin sein. Wird erst der Ceneri-Basistunnel ebenfalls geöffnet, verkürzt sich die Reisezeit um weitere 15 Minuten. Der neue Fahrplan wird Ende 2016 eingeführt.

(red.)


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