Wer steigt ins Rennen?

Tritt Toni Brunner an?
Tritt Toni Brunner an? © St.Galler Tagblatt
Die SVP hat mit Herbert Huser eine zünftige Wahlschlappe einstecken müssen. Nun sucht die Partei unter Hochdruck nach einem neuen Regierungskandidaten. Setzt sie auf ein erfahrenes Polit-Ross, einen Jungspund oder nutzt sie die Chance, eine Karriere zu lancieren? FM1Today präsentiert mögliche Kandidaten.

Toni Brunner (43): Der Erfahrene. Der Landwirt hätte durchaus Kapazität und sicher auch das nötige Know-how für ein solches Amt. Im April gibt er das Amt als Präsident der SVP Schweiz ab. Seit 1995 sitzt er im Nationalrat, es wäre also höchste Zeit für eine Abwechslung. Allerdings hat Brunner schlechte Erfahrungen mit Personenwahlen im Kanton St.Gallen gemacht. Er scheiterte bereits zweimal als Ständeratskandidat. Noch letzten Dezember sagte er im Zusammenhang mit der Bundesratwahl: “Ich will sicher nicht in die Exekutive.” Der Wind hat aber gedreht: Gestern antwortete er vielsagend auf die Frage der “Zürichsee-Zeitung”, ob das Regierungsamt für ihn in Frage käme. “Soviel kann ich sagen: Ich war nicht umsonst an der SVP-Sitzung in St.Gallen.”

Mike Egger (24): Der Jungspund. Der Fleischfachmann aus Berneck wurde mit 21 Jahren in den Kantonsrat gewählt, er ist Präsident der Jungen SVP und kein Freund der leisen Töne. Letzten Frühling hat er sich für ein kantonales Kopftuchverbot eingesetzt; im Herbst hat er einen Vorstoss eingereicht, Schüler müssten die Schweizer Hymne lernen. Egger hätte Lust auf das Amt: “Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dem St.Galler Regierungsrat jemand Junges gut tun würde. Ausserdem habe ich bereits im Kantonsrat gezeigt, dass ich teamfähig bin”, sagt er FM1Today.

SGT

Mike Egger stünde bereit.

Barbara Keller-Inhelder (48). Die Hoffnungsträgerin. Die Übersetzerin und Englischlehrerin aus Rapperswil-Jona ist SVP-Vizepräsidentin. Ihr Wechsel von der CVP zur SVP hat für Schlagzeilen gesorgt. Pikant: Er erfolgte 2008 direkt nach ihrer Kantonsrats-Wiederwahl. Die CVP hatte deshalb Beschwerde eingereicht, blitzte aber vor dem Bundesgericht ab. Keller-Inhelder hatte schon Interesse für das Amt der Stadträtin Rapperswil angemeldet und gehört zu den bekanntesten weiblichen Vertreterinnen der SVP St.Gallen.

SGT

Barbara Keller-Inhelder dürfte bei der Wahl keine CVP-Stimmen machen.

Bruno Dudli (44) Der Aussenseiter. Er erzielte gerade das beste Wahlergebnis als Kantonsrat der SVP im Kreis Wil. Der Transportversicherer aus Sonnental ist Kreisparteipräsident. Seine Mitgliedschaft bei der Auns dürfte für die SVP Garant sein, dass er nicht von der Parteilinie abweicht. Er ist Mitglied bei Swiss Cycling und bei der IG Sport des Kantonsrates. Er dürfte jemand sein, der gerne in Bewegung bleibt. Dudli ist zudem konflikterprobt: Er ist sogar mit Sarah Bösch fertig geworden.

Im Kanton noch wenig bekannt: Bruno Dudli.

 

 

 


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