Werbeskandale in der Ostschweiz

Werbeskandale in der Ostschweiz
Ein Fitnesscenter in Wattwil wählte eine ziemlich schlüpfrige Sprache für eine Werbeaktion. Auch in jüngerer Vergangenheit haben Ostschweizer Unternehmen etwas daneben gegriffen mit ihren Werbekampagnen. Hier zwei Beispiele, die für laute Kritik sorgten.

Mit dem Spruch “das Angebot wird sie wegblasen” und einer Frau mit einer Banane im Mund hat das Fitpool in Wattwil mehr Kunden anlocken wollen. Auch anderswo setzt man auf die “Karte Sex”.

Der Stecker in der Dose

Gewisse Werbebilder provozieren laute Ablehnung. So passiert beispielsweise in Bottighofen im Dezember 2012. Die kleine Gemeinde entrüstete sich über ein Werbeplakat, das prominent an der Hauptstrasse postiert war. Darauf war nicht nur ein nackter Po zu sehen, sondern auch der Spruch: “Du hast den Stecker, wir die Dose!”.

Als dekadent, geschmacklos und aggressiv bezeichnete es eine Dame aus Berlingen, Rosalba Nussio, gegenüber dem “Tagblatt”. Als “völlig daneben” bezeichnete der Schulpräsident Michael Thura die Kampagne. “Das ist sicher nicht gut für die Kinder und Jugendlichen.”

Gemeindeammann Urs Siegfried relativierte und meinte dazu, dass politische Werbung manchmal bei weitem provokanter sei als diese Werbekampagne.

Die Kampagne war in der ganzen Ostschweiz präsent. Standort hier: Frauenfeld. (Bild: Tagblatt)

Die Kampagne war in der ganzen Ostschweiz präsent. Standort hier: Frauenfeld. (Bild: Tagblatt)

Dieter Bowlen im Rheintal

Ein Fall im Rheintal im Jahre 2008 erzürnte ebenfalls die Gemüter. Die Besitzer des Bowling-Centers Widnau warben über zwei Jahre mit Plakaten, Inseraten und Flyers, auf denen ein Bild mit einem tiefen Dekolletee zu sehen war und der Spruch: “Wo würde Dieter bowlen?”

Die Anspielung auf den Fernseh-Star Dieter Bohlen und seine Vorliebe für nackte Tatsachen hat dem Bowling-Center die Lauterkeitskomission aufgehetzt. Der Vorwurf lautete: Geschlechterdiskriminierende und unangemessene Darstellung von Sexualität.

Die Komission befand, dass zwischen der Person, die das Geschlecht verkörpere, und den Dienstleistungen des Bowling-Centers, kein natürlicher Zusammenhang bestehe.

Und das verwendete Sujet bringe die Brüste der Frau mit Bowling-Kugeln in Verbindung.

Der Gestalter des Plakats gab der Komission in einer Sache recht: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Sujet und der Dienstleistung. Aber das sei ja oft in der Werbung so, es müsse nicht immer ein Zusammenhang bestehen.

Werbung für ein Bowlingcenter (Bild: Tagblatt)

Werbung für ein Bowlingcenter (Bild: Tagblatt)

(red)

 

 


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