Wetterschmöcker im Zwiespalt

Der Muotathaler Wetterschmoecker Martin Holdener
Der Muotathaler Wetterschmoecker Martin Holdener © Keystone/Alexandra Wey
Die Muotathaler Wetterschmöcker hatten für 2016 weisse Weihnachten versprochen. Am Tag X war es jedoch grasgrün. Nun erklärt Wetterprophet Martin Holdener, warum sie daneben gelegen haben.

Im vergangenen Jahr lagen die Muotathaler Wetterschmöcker mit ihrer Prognose für Weihnachten komplett daneben. Weisse Weihnachten sagten sie voraus, doch über die Festtage fiel keine einzige Flocke. Nun erklärt Wetterschmöcker Martin Holdener im «St.Galler Tagblatt» wie es zur Fehlprognose kommen konnte: «Wir mussten weisse Weihnachten ankündigen, weil uns die Skigebiete sonst mit einem Pistenverbot drohten.»

Vor zwei Jahren hätten sie grüne Weihnachten vorausgesagt, woraufhin er einige Reklamation erhalten habe. Manche hätten sogar dem Wetterschmöcker die Schuld dafür gegeben, dass es an Weihnachten keinen Schnee gegeben hatte. Deshalb wollten sie sich letzten Winter anpassen und sagten weisse Weihnachten voraus. So habe er in seinem Bericht geschrieben, dass er trotz Zweifeln überzeugt sei, dass es weisse Weihnachten geben werde. «Doch diese Prognose erwies sich dann als falsch», sagt Holdener.

Gratis-Kaffee für Wetterschmöcker

Dass die Wetterschmöcker von Tourismusdestinationen gekauft werden, sei aber nicht der Fall, sagt der Wetterprophet. Auch das Pistenverbot relativiert der Wetterschmöcker gegenüber Radio FM1: «Wenn unsere Prognosen nicht stimmen, sehen uns die Betreiber nicht so gerne auf den Pisten. Hingegen wenn unsere Vorhersagen eingetroffen sind und es Schnee gegeben hat, kann es auch vorkommen, dass einem einen Kaffee spendiert wird.» Dennoch werde er auch künftig seine Prognosen auf seine Beobachtungen stützen und nicht auf die Wünsche der Bergbahnen und Bergrestaurants, die ihm Gratis-Kaffee offerieren.

«Im kommenden Winter lassen wir uns nicht mehr von Dritten beeinflussen», betont Holdener. Er werde seine Prognose frühzeitig und detailliert herausgeben, damit die Skigebiete genügend Zeit haben, ihre Schneekanonen in Betrieb zu nehmen, falls wenig oder kein Schnee erwartet werde.

Sommerlich ab Ende April

Laut dem Wetterschmöcker beginnt der richtige Frühling erst um Ostern, bis dahin muss noch mit wechselhaftem Wetter gerechnet werden. Ab dem 20. April soll es dann langsam schon sommerhaft werden. «Zum Sommer und zum Herbst darf ich bis zu unserer Frühlingsversammlung noch nichts sagen. Erst dann legen wir die Prognosen fest», sagt Holdener.

(red.)


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