White Turf hat Strahlkraft nicht verloren

Spektakuläre Bilder bietet das White Turf sowieso
Spektakuläre Bilder bietet das White Turf sowieso © KEYSTONE/GIANCARLO CATTANEO
Trotz eines schweren Unfalles vor einem Jahr, der zum Abbruch des GP-Renntages geführt hatte, ist die Anziehungskraft der spektakulären Rennen auf Schnee und Eis in St.Moritz ungebrochen.

Der 79. Grosse Preis von St.Moritz steht zwar erst am 18. Februar auf dem Programm, doch der erste Nennungstermin für den Höhepunkt des sich über drei Sonntage erstreckenden White Turf-Meetings war bereits am vergangenen Montag. Mit 30 Kandidaten bewegt sich das Nennergebnis für das mit 111’111 Franken höchstdotierte Pferderennen der Schweiz im Rahmen der Vorjahre. Zwar wurden im Dezember 2016 rekordverdächtige 37 Pferde eingeschrieben, im Jahr zuvor waren es dagegen lediglich 25.

Während die Schweizer Rennställe mit 13 Nennungen den Hauptharst stellen, gab es bei den anderen Ländern starke Verschiebungen. Aus Grossbritannien, dem Land des im Februar 2017 schwer verunfallten Jockeys George Baker, kamen dieses Jahr nur zwei Anmeldungen. Beide tätigte Trainer John Best, ein Fan und Stammgast des White Turf-Meetings. Auch in Deutschland fiel die Resonanz bedeutend schwächer aus als auch schon.

Kompensiert wurden diese Rückgänge durch eine starke Zunahme der Nennungen aus Frankreich. Allein Fabrice Vermeulen hat fünf Vollblüter eingeschrieben. Der gebürtige Belgier, der in Frankreich zu den Top Ten der Trainergilde gehört, ist hierzulande kein Unbekannter, gewann er doch 2016 mit dem Hengst Kidmenever auf der Frauenfelder Allmend das Swiss Derby.

Angeführt wird das Vermeulen-Quintett von Amazing und dem Quinté-Sieger Porsenna. Mit Alfieri und Rubens stehen zwei weitere Quinté-Sieger im französischen Aufgebot. Alfieri ist ein Schützling von Tony Castanheira, der 2008 mit der von Karin Suter-Weber trainierten First Time den 69. Grossen Preis von St. Moritz gewonnen hatte.

Ebenfalls in Frankreich trainiert wird mittlerweile Jungleboogie. Als der damals vierjährige Hengst im Februar 2016 den GP für sich entscheiden konnte, kam er noch aus Deutschland angereist. Inzwischen ist er aber im Besitz des aus Maienfeld stammenden Rennbahnspeakers Markus Monstein, der ihn nach Frankreich zu Carina Fey ins Training gegeben hat. Jungleboogies früherer Betreuer Christian von der Recke, ebenfalls ein treuer Stammgast des White Turf-Meetings, ist diesmal mit dem noch kürzlich erfolgreichen Amun vertreten. Der von Jens Hirschberger trainierte Molly le Clou gewann noch am letzten Wochenende in Neuss ein Rennen mit 24 Längen Vorsprung.

Das Schweizer Kontingent umfasst hauptsächlich Pferde aus dem Stall des 21-fachen Champions Miro Weiss und von Philipp Schärer. Beide gelten als Spezialisten für die Schneerennen. Während Miro Weiss, der zuletzt 2015 mit Fabrino den GP-Sieger stellte, bis auf Strade Kirk mit Samurai, Nimrod und Dhalam drei Schnee-Debütanten präsentiert, haben mit Cap Sizun, Soundtrack und Sleeping Giant drei der fünf Pferde aus dem Stall von Philipp Schärer in St. Moritz schon gewonnen.

(SDA)


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