Widerstand gegen den Weissenstein-Schwinget geschwunden

Der Weissenstein-Stein am Weissenstein-Schwinget
Der Weissenstein-Stein am Weissenstein-Schwinget © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Der mehrmonatige Hosenlupf zwischen dem Weissenstein-Schwinget und dem VCS ist beendet. Der VCS willigt ein, dass Tausende von Zuschauern ihre Autos am Schwingfest abstellen dürfen.

Vor dem diesjährigen Weissenstein-Schwinget Mitte Juli hatte sich die Sektion Solothurn des Verkehrs-Clubs der Schweiz VCS kämpferisch gegeben. Co-Präsident Heinz Flück sagte in einem Artikel der Solothurner Zeitung: «Der VCS will, dass die vielen Zuschauer nicht mehr mit dem privaten Auto auf den Berg fahren. Der VCS fordert den Kanton auf, das Parkierungsregime durchzusetzen.» Gemäss diesen Vorschriften dürfte auf dem Solothurner Hausberg nur noch auf den wenigen ausgesteckten Plätzen parkiert werden. Flück schlug als Alternative für den Transport die kapazitätsschwache Gondelbahn ab Oberdorf SO und den Einsatz von Bussen vor.

Selbst mit beiden Transportmitteln könnte der Andrang jedoch nur zu einem Bruchteil bewältigt werden, wie einfache Berechnungen ergeben haben. Im gleichen Atemzug beteuerte Flück, der VCS habe nichts gegen die Schwinger, wenngleich das traditionelle Bergkranzfest durch das Ansinnen des VCS verunmöglicht würde.

Noch vor einer Woche sagte Anita Wüthrich, Geschäftsleiterin VCS Sektion Solothurn, in einem Beitrag von Tele M1: «Wir wollen, dass möglichst wenig motorisierter Individualverkehr hinauffährt. Das Ökogebiet und die Magerwiesen sollen geschont werden. Man soll dort nicht alles zuparkieren. Wir wollen, dass es eine klare Begrenzung gibt.» Der Beitrag von Tele M1 wurde nach einem entsprechenden Artikel der Nachrichtenagentur sda aufbereitet. Im TV-Interview hielt Claude Bridevaux vom Schwinger-OK fest: «Wenn man nicht mit den Privatautos hinauffahren kann, dann ist das Bergkranzfest Weissenstein gestorben.»

In dieser Woche nun lässt der VCS der Kompromisslosigkeit die Kompromissbereitschaft folgen. Wieder in der Solothurner Zeitung sagt Heinz Flück, der VCS schlage vor, dass «pro Jahr höchstens drei Grossveranstaltungen bewilligt werden dürfen. Damit wären traditionelle Veranstaltungen wie der Weissenstein-Schwinget oder das Uhuru-Festival weiterhin möglich.» Die Beschränkung auf drei Grossveranstaltungen diene dem Schutz der Landschaft von nationaler Bedeutung auf dem Weissenstein.

Wie der Schwingsport allgemein ist der Weissenstein-Schwinget in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Für das diesjährige Fest fanden sich 4200 Zuschauer ein, so viele wie noch nie.

(SDA)


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