Wie es ist, mit Gladbach durch die Stadt zu ziehen

Von Lara Abderhalden
Die Jungs vor dem Kloster
Die Jungs vor dem Kloster © FM1Today
Ach wie schön: Eine Horde gut aussehender Bundesliga-Fussballer zieht durch die St.Galler Altstadt. Mit Schirmen in der einen und Olma-Bratwurst in der anderen Hand erkunden sie das Kloster und den roten Platz. Wir waren dabei.

“Willst du unter meinen Schirm stehen?”, fragt mich der junge Gladbacher Mittelfeldspieler Marvin Schulz. “Klar”, antworte ich und schlendere an der Seite des Bundesligaspielers durch St.Gallen. Er und ein paar weitere Spieler wurden zu einer Tour eingeladen. Als erstes wird an der Wurst-Ecke ein Stopp eingelegt: “Wenn die Schweizer über St.Gallen sprechen, dann meistens über unsere Wurst”, meint der Guide. Daher werde jetzt erst einmal etwas für den Magen getan. Die Gladbacher drängen sich um den Imbiss-Stand. Einer nach dem anderen erhält eine Wurst in die Hand gedrückt.

“Kann ich Ketchup dazu haben?”, fragt Tony Jantschke. Obwohl das hier nicht gang und gäbe sei, bestellt der Guide Ketchup für den Abwehrspieler. “Gibt es auch Brot dazu?” Aber klar doch, der Guide bringt ihm das Bürli und schneidet es ihm gleich auf. “Verrate bloss niemandem, dass ich das bestellt habe.”

St.Gallen gefällt den Fohlen

“Gibt es nur eine Wurst?”, fragt Nico Elvedi. Er weiss, wie gut sie schmeckt. “Es ist nicht meine Erste. Ich war schon an der Olma und weiss, die St.Galler Bratwurst ist die beste der Schweiz”, sagt der Abwehrspieler, der für die Schweizer Nationalmannschaft im EM-Aufgebot steht. Ihm gefällt die Schweiz-Tour mit seinen Gladbacher-Freunden: “Als wir in Zürich waren, konnte ich ihnen zeigen, was ich wo erlebt habe.” St.Gallen findet er ähnlich wie Zürich “sehr modern.”

Auch die anderen Spieler scheinen St.Gallen zu geniessen: “Es ist altmodisch, aber schön”, meint Martin Stranzl. Eine Frage beschäftigt ihn jedoch besonders: “Warum sind bei euch die Zebrastreifen gelb? Ein Zebra hat ja auch keine gelben Streifen.” Tja, darauf weiss leider auch der Tourguide keine Antwort: “Wir Schweizer sind speziell. Wir wollen immer anders sein.” Speziell findet Martin Stranzl den roten Platz: “Naja, über Kunst lässt sich streiten.”

Die Tour bleibt für die Fussballprofi aber nicht ganz ohne Aufwand. Auf dem roten Platz werden die Bälle ausgepackt. Es soll Fussball gespielt werden – im “Slope Style”. Obwohl die Jungs keine Ahnung haben, was denn nun dieses “Slope-Style” ist, jonglieren und pässlen sie um die Bänke, wenn auch nicht ganz ausgelassen: “Es ist rutschig, das ist gefährlich”, sagt einer der Spieler.

Xhaka freut sich auf die St.Gallen Fans

Einer fehlt auf der Tour: Granit Xhaka. Verwundern tut dies nicht unbedingt. Als die Mannschaft heute Morgen im Hotel Oberweid in St.Gallen ankam, taten sie dies ohne den Captain. Dieser kam ungefähr eine halbe Stunde später, mit dem eigenen Porsche. Top gestylt, mit charmantem, sehr beweglichen Augenbrauen und tollem Parfüm stellte er sich den Medienleuten. Er möge St.Gallen, die Fans seien super und im Stadion gäbe es die beste Wurst. Ob er am Abend spielen werde, wusste er noch nicht. Er müsse noch Autogramme geben und wisse nicht, ob es für ihn reiche. Übernachten wird der Millionen schwere Schweizer Natispieler nicht im selben Hotel wie seine Mannschaftskollegen. Er reise seinen Jungs auf der Schweizer Tour nach.

Auf das Spiel heute Abend freue er sich, er spiele immer gerne im eigenen Land: “Wir haben sehr viele Schweizer Fans”, da sei es wichtig, hier präsent zu sein. Präsent und bereit sind auch die Gladbacher: “Uns geht es heute Abend darum, Spass zu haben”, meint Marvin Schulz. Auf die Frage, ob sie denn heute noch um die Häuser ziehen werden, meinen sie nur: “Wir werden sehen.”

Granit Xhaka sprach mit uns über seine Verbindung zu St.Gallen, die Olma-Bratwurst und Arsenal:

Das ganze Interview wird heute Abend ab 18.00 Uhr auf TVo ausgestrahlt.

(abl)


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