Der FC Wil gibt nicht auf

Die Verantwortlichen beim FC Wil versuchen nun alles, um den Verein zu retten.
Die Verantwortlichen beim FC Wil versuchen nun alles, um den Verein zu retten. © FM1Today/Michael Ulmann
Der FC Wil steht vor einem Scherbenhaufen. Die türkischen Investoren sind per sofort aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten und haben ihr Darlehen mitgenommen. Die Spielerlöhne wurden seit Anfang Jahr nicht mehr gezahlt. Die Verantwortlichen wollen den FC Wil nun generalsanieren und damit ein Aus des Clubs verhindern.

«Sämtliche türkische Verwaltungsräte treten per sofort zurück – das Darlehen ist weg. Dem FC Wil fehlen jegliche flüssigen Mittel», bestätigt Roger Bigger, bisheriger Vizepräsident des Verwaltungsrates. Dem Verwaltungsrat ist nicht bekannt, wo sich der Verwaltungsrat aus der Türkei aufhält. Die Türken konnten auch nicht ausfindig gemacht oder erreicht werden. «Wir wissen nicht, warum diese Leute einfach gegangen sind, wir befinden uns jetzt im luftleeren Raum, das macht mich extrem traurig», sagt Roger Bigger gegenüber FM1Today.

Hier gibt’s nochmals die Pressekonferenz zum Nachschauen:

Sofortige Sparmassnahmen sind nötig

«Die Verwaltungsräte, die heute an der Medienkonferenz anwesend waren, werden dem FC Wil treu bleiben», betont Roger Bigger. Ein Gremium mit Bigger an der Spitze bildet nun eine Task Force, um Lösungen zu finden, damit der Spielbetrieb in der Challenge League aufrecht erhalten werden kann. «Wir werden alles versuchen, um den Klub zu retten», so Bigger.

Der FC Wil will nun per sofort sparen, mit allen Mitarbeitern wurden heute Gespräche geführt. «Wir werden jetzt möglichst rasch mit den Spielern über mögliche Salärreduktionen sprechen», sagt Roger Bigger. «Das Gelingen der Sanierungsaktion hängt von den Spielern ab.»

Neue Einnahmen müssen her

Man wolle gegenüber den Fans, Sponsoren und auch gegenüber der Swiss Football League transparent kommunizieren. Ausserdem sollen neue Einnahmen generiert werden, um die Saison fertig spielen zu können. Das Sanierungskonzept, das heute vorgestellt wurde, ist die einzige Möglichkeit für den FC Wil, eine Insolvenz abzuwenden. «Ich glaube einfach, dass der FC Wil eine Daseinsberechtigung im Schweizer Fussball hat», so Bigger.

Türkische Investoren haben viel Geld investiert

Seit seinem Einstieg im FC Wil im Sommer 2015 hat Günal gemäss Bigger zwischen 25 und 30 Millionen Franken investiert – in Personal, Spieler und Trainerstaff. Roger Bigger wünscht sich, mit dem ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten, Mehmet Nazif Günal, an einen Tisch setzen zu können, ihm in die Augen zu schauen und zu wissen, was er denkt und warum er den FC Wil Knall auf Fall verlassen hat. Dieser Wunsch wird allerdings kaum in Erfüllung gehen.

Stadt verzögerte die Stadionerweiterung

Auch die Stadt Wil war an der Medienkonferenz Thema. Sie habe dem Fussballclub viele Steine in den Weg gelegt, unter anderem auch bei der geplanten Erweiterung des Stadions, für die der türkische Investor bezahlt hätte. «Es wäre möglich, dass der Kragen von Herrn Günal durch die Verzögerung letztendlich geplatz ist», sagt Roger Bigger. Das sei allerdings nur Spekalution, man könne das nicht abschliessend beurteilen.

Die Pressekonferenz des FC Wil wurde rege besucht (Bild: FM1Today/Michael Ulmann)

An der Pressekonferenz des FC Wil waren diverse Medien anwesend. (Bild: FM1Today/Michael Ulmann)

Bereits vor 13 Jahren war der FC Wil wegen ausländischer Investoren in die Schlagzeilen geraten, damals waren es Personen um den ehemaligen sowjetischen Offensivstar Igor Belanow gewesen. Es gelangen zwar die Rettung vor dem Konkurs und 2004 der überraschende Cupsieg gegen die Grasshoppers. Aber die Ostschweizer verschwanden nach dem Abgang Belanows und der Nachlassstundung in der Challenge League. Der Fall jetzt sei aber in keiner Weise mit dem Fall von vor 13 Jahren zu vergleichen, betont Roger Bigger.

(sda/red)


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