Wie ich David Hasselhoff getroffen habe

Von Dario Cantieni
So sieht ein Traum aus, der in Erfüllung ging: Dario Cantieni mit David Hasselhoff
So sieht ein Traum aus, der in Erfüllung ging: Dario Cantieni mit David Hasselhoff © Dario Cantieni
The Hoff braucht Geld. Der neuste Schrei: Man kann mit dem Held seiner Kindheit eine Woche auf einem Kreuzfahrtsschiff durch die Weltmeere tuckern. Wie es sich anfühlt, David Hasselhoff zu treffen, das weiss FM1-Moderator Dario Cantieni.

Es kommt vor, dass bei einem Smalltalk das Wetter bereits durch, die gemeinsamen Interessen besprochen und die Frage nach den drei Dingen auf der einsamen Insel gestellt ist. Besonders findige Smalltalker stellen dann die Frage nach einer (berühmten) Person, die man gerne mal noch treffen würde. Da kann ich dann beruhigt sagen: “Niemanden, ich habe mein Idol bereits getroffen”. Dies ist eine Geschichte über Endorphine, leuchtende Augen und einen schwächelnden Kamera-Akku. Don’t Hassel The Hoff!

Basteln für den Hoff

Das erste Mal in die Arme von David Hasselhoff hat es mich vor ein paar Jahren in Innsbruck getrieben. David (ich denke, es geht in Ordnung, wenn ich ihn duze – wir sind ja quasi Freunde) hat da sein neues Buch “Wellengang meines Lebens” vorgestellt. Was für ein Titel. Was für ein Mann. Die Autogrammstunde war DIE Gelegenheit, Hasselhoff aus der Nähe zu sehen, bestaunen, berühren. Und für mich und einen Freund Grund genug, uns mit selbstgebastelten Kartonschildern Stunden vorher in die Schlange vor der Autogrammstunde zu stellen.

So viel Fanliebe. Mit Buch und Schild bewaffnet drei Stunden warten lohnt sich.

Mit Buch und Schild bewaffnet drei Stunden warten lohnt sich. Finde ich.

Dann der Auftritt von David Hasselhoff. Die Musik scheppert laut aus den Boxen, die Menge tobt, The Hoff winkt, strahlt, schüttelt Hände und setzt sich dann bereits leicht verschwitzt an den Platz für die Autogramme. Die Schlange bewegt sich in endloser Warterei Zentimeter für Zentimeter Richtung Hoff und lässt meine Augen mit jedem Platzgewinn etwas mehr leuchten. Linear dazu, wie meine Begeisterung wächst, schrumpft die Akkuleistung meiner Digitalkamera. Bange Sekunden mit 20, 17, 13 Prozent Akku vergehen…und dann steh’ ich vor ihm.

47 Sekunden im Himmel

Der Akku ist vergessen, The Hoff ist Realität. Ich würde sagen, ihn umgab ein Duft aus Legende, Meeresbrise und etwas Schweiss. Überwältigt von so viel Mann und Heldenfigur strecke ich David Hasselhoff das selbstgebastelte Schild hin und murmle etwas von “You’re great, man!”. Und was macht David Hasselhoff? Der schaut sich das Bild an, lacht freudig, meint “This is awesome” und unterschreibt mit einem Smiley. Ich kann sterben, mein Leben hat sich gelohnt. Ich bin am Ziel meiner Träume. Dann ein Foto (der Akku hielt, Gott sei Dank), ein Handschlag und ich bin zurück in der Realität.

Foto aus der Rubrik: unbezahlbar

Foto aus der Rubrik: unbezahlbar. Und wie schön bitte ist Hasselhoffs Hemd?

Was ich davon halte, dass David Hasselhoff sein Sackgeld mit einer Kreuzfahrt aufbessert? Von mir aus könnte er auch Skimützen aus Robbenfell verkaufen, den Regenwald abholzen oder meinen Geburtstag vergessen. Ich verzeihe ihm alles. Und denke heute noch viel an den Moment zurück, als ich neben ihm sass und für einen kurzen Moment ein Stück Legende in den Armen halten durfte.


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