Wie kriege ich ein Selfie mit meinem Lieblingsstar?

Von Sarah Lippuner
Ewan guckt kritisch und Sarah muss sich strecken um auch im Bild zu sein.
Ewan guckt kritisch und Sarah muss sich strecken um auch im Bild zu sein. © FM1/Sarah Lippuner
Am Zürich Film Festival schwirren sie zurzeit in Scharen umher: Hollywoodstars. Mein Lieblingsschauspieler  war am Montagabend zu Gast: Ewan McGregor. Mit nur etwa zehn Fans von den ungefähr 200 Anwesenden hat er ein Selfie gemacht. Ich bin eine davon. Das ist natürlich nicht nur purer Zufall, sondern Taktik! Was brauchst du um dein Promiselfie zu bekommen? Eine Anleitung in 5 Schritten:

1. Sorgfältige Vorbereitung

– Je nach Beliebtheit deines Lieblingsstars solltest du früh am Teppich sein. Die Plätze in der ersten Reihe sind schnell weg und dahinter gibt’s nur verschwommene, mit Hinterköpfen geschmückte Fotos. Bei einem Promi vom Kaliber eines Ewan McGregor reichte mir knapp eine Stunde vor angesagtem Eintreffen.
– Nicht zu viel trinken! Es gibt kein WC am Teppich, darum unbedingt vorher gehen.
– Bequeme Schuhe anziehen.
– Genug Akku auf dem Smartphone einberechnen und Smartphone sobald du den Promi erblickst in den FLUGMODUS stellen! Deine Mutti könnte dir mit einem Anruf deinen schönsten Moment versauen.
– Auch wichtig: Bitte lerne den Namen von deinem Star, richtig auszusprechen. Ewan heisst nicht “Iiiwen” oder “Eewaan” sondern “Uuen”. Er ist Schotte. Bitte informiere dich wenigstens etwas über deinen Star oder such dir einen mit einfachem Namen, am besten einen Schweizer (z.B. Hausi Leutenegger).

2. Geduld

Wenn’s heisst, der Promi trifft voraussichtlich um 20.15 Uhr ein, ist er nicht vor 21.00 Uhr bei dir. Meistens haben sie eine halbe Stunde bis eine Stunde Verspätung. Dann ist zuerst die Presse dran: Dein Promi muss für hundert Fotos posieren, Dutzende Interviews geben und mit den Organisatoren grinsen – es kann Ewigkeiten dauern, bis sich dein Promi seinen Fans, inklusive dir, widmet.

3. Viele Nerven

Vor allem in Zürich! Weil da hat’s Zürcher! Die erste Begrüssung für mich war: «Nei mir chönd nöd rutschä, mir stönd scho sit em foifi da, he ächt!» Mach dich auf unfreundliches Geschubse und zischende Bemerkungen gefasst. Besonders wenn dein Promi männlich ist – Frauen sind echt brutal.

4. Aufmerksamkeit

Am besten mit einem Kostüm oder einem Plakat. Überleg dir einen guten Spruch und schreib ihn mit grossen (leserlichen!) Buchstaben auf einen A3 Karton. Denke dabei besonders daran, was die Aufmerksamkeit deines Lieblingsstars anziehen könnte. In meinem Fall war’s ein kreativer Star-Wars-Spruch – ich mein, wer kann Star Wars schon widerstehen? Ein Plakat lässt deinen Promi anhalten. Bei der Aufmerksamkeit gilt aber die Regel: Es kommt auf das Mass an! Kleider ausziehen erregt auch Aufmerksamkeit, jedoch vorallem die der Securitas. Auf das Kreischen solltest du verzichten, wenn sich dein Promi nähert. Wenn du zu laut bist, wird er dich meiden. Ruf ihm höchstens kurz zu, mit seinem RICHTIGEN Namen, bitte!

5. Glück

Auch wenn du alles richtig machst – es kann gut sein, dass dein Promi keine Zeit, keinen Bock oder keine Berechtigung vom Manager für die Fans hat. Dann nützt auch alles Kreischen und Plakate wedeln nichts mehr – wenn er an dir vorbeigelaufen ist, kommt er nicht mehr zurück. Da bleibt für dich nur noch umkehren, fortschlendern und mit fassungslosem Kopfschütteln die Fanmasse betrachten. So wie es ein alter Mann auf einer Bank gestern ausgiebig getan hat.

 


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