Schock sitzt zu tief: BVB unterliegt Monaco

Die BVB-Spieler waren am Mittwochabend verständlicherweise nicht in Bestform.
Die BVB-Spieler waren am Mittwochabend verständlicherweise nicht in Bestform. © KEYSTONE/DPA/Federico Gambarini
Dortmund hat nach dem Anschlag auf den Teambus viel Moral gezeigt. Trotzdem reichte es nicht für einen Sieg gegen Monaco. 2:3 muss sich der BVB geschlagen geben.

Kein Team der Welt hätte ausblenden können, was der BVB am Vorabend auszuhalten hatte: Explosionen, Todesangst, Verzweiflung, Schock, Konsternation. Der deutsche Topklub war in unmittelbarer Nähe seiner Hotelunterkunft ins Visier von Attentätern geraten. Ausser Marc Bartra überstand das Dortmunder Ensemble die Attacke unverletzt und erklärte sich am frühen Mittwochmorgen nach intensiven Gesprächen mit der Klubführung bereit, zum Duell mit den Monegassen anzutreten.

Schock sitzt immer noch tief

Während der ersten Hälfte taten sich die Gastgeber spürbar schwer, die mentale Blockade zu lösen. Tuchels Auswahl wirkte gehemmt und manövrierte sich rasch einmal in eine ungemütliche Lage. Sokratis verschuldete früh einen Foulpenalty, den Fabinho allerdings verschoss. In der 19. Minute trat Kylian Mbappé ein erstes Mal in Erscheinung. Der 18-jährige Pariser, der jüngste Profi-Debütant in Monacos Klubgeschichte, markierte mit einem eher zufälligen Ablenker sein 20. Saisontor.

Dem (Offside-)Treffer des französischen Hoffnungsträgers folgte aus Sicht der Einheimischen der nächste Tiefpunkt – Sven Bender produzierte unbedrängt ein Kopfballeigentor. Dem BVB ist anzurechnen, dass eine Reaktion nicht ausblieb. Nach Dembélés 1:2 inszenierte er vorübergehend einen respektablen, aber ergebnislosen Sturmlauf, bis das von der halben Premier League umworbene Wunderkind Mbappé im Finish einen der raren Konter im Stil eines Stürmer-Juwels für den Ligue-1-Leader auf 3:1 erhöhte.

Nicht nur Anschlag lähmt Dortmunder

So sehr der Bombenanschlag die Dortmunder lähmte und belastete, die drei Gegentreffer im eigenen Stadion sind auch im Kontext zum unzureichenden Meisterschaftsalltag zu betrachten. Das 1:4 in München legte die aktuellen Limiten am vergangenen Wochenende schonungslos offen – auf schmerzhafte 18 Punkte ist der Rückstand auf den Titelhalter Bayern angewachsen.

Auf europäischer Ebene ist das Szenario nun ebenfalls höchst ungünstig. Nach vier Viertelfinal-Heimspielsiegen in Folge wurde der BVB von einem Kontrahenten gestoppt, der in dieser Saison in der Ligue 1 aus dem mächtigen Schatten von Paris Saint-Germain gestürmt ist. Die beste Offensive Europas (129 Treffer) düpierte bislang nahezu jede gegnerische Abwehr.

 

(SDA)


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