Wieder (Ostschweizer-)Flaute an der Ski-Front?

Wieder (Ostschweizer-)Flaute an der Ski-Front?
© Fernando Schmed (hier an den Schweizermeisterschaften im März) will in diesem Jahr durchstarten. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Am Wochenende starten die langersehnten Speed-Rennen in Übersee. Endlich wieder Ski am TV und intensives Daumendrücken für unsere Abfahrts-Cracks. Aber halt, wer ist eigentlich noch für uns am Start?!

Die Skination Schweiz schaut auf einen schlimmen Winter in der Weltcup-Saison 2014/15 zurück. Beinahe alle Kristallkugeln landeten im Ausland; vorwiegend in Österreich (Hirscher & Fenninger), Norwegen (Jansrud) und den USA (Vonn). Einzig Carlo Janka konnte den Gesamtsieg in der insgesamt wenig prestigeträchtigen Disziplin “Kombination” einfahren.

In der Nationenwertung belegten die Eidgenossen hinter den Österreichern und den Italienern gar nur den dritten Platz und hätte der Glarner Patrick Küng an der Ski-WM in Vail nicht noch Abfahrtsgold geholt, müsste man rückblickend wirklich von einem katastrophalen Alpinjahr sprechen.

Nach dem Saisonauftakt auf dem Gletscher in Sölden vor einem Monat (je ein Riesenslalom bei Männern und Damen) startet die “reguläre” Ski-Saison an diesem Wochenende in Übersee. Die Speed-Spezialisten der Männer starten in Lake Louise (Kanada) durch, für  Lara Gut & Co geht es zunächst nach Aspen, wo technische Disziplinen im Fokus stehen. Danach wird munter rotiert: Die Damen kommen ebenfalls nach Lake Louise, während es für die Männer am nächsten Wochenende in Beaver Creek weitergeht. So viel zur Agenda.

Unser Shootingstar: Fernando Schmed

Die grosse Frage bleibt, wer für uns in diesem Jahr die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Fokussieren wir uns zunächst auf die Ostschweizer Athleten – die Bündner einmal aussen vor gelassen: Die Toggenburgerin Marianne Abderhalden hat zum Ende der letzten Saison ihre Karriere beendet und der Gossauer Ralph Weber verpasst die ersten Rennen wegen einer Innenbandverletzung. Bleibt noch der Sarganserländer Fernando Schmed: Der 24-Jährige hat eine gute Saisonvorbereitung hinter sich, überzeugte insbesondere im Super-G und dürfte ein Hoffungsträger, ja vielleicht sogar ein Silberschweif am in den letzten Jahren tristen Ski-Horizont sein.

Falls Dir der Name von Fernando Schmed noch gar nichts sagt: TVO hat ihn vor dem Saisonstart getroffen und portraitiert.

Ferner stehen Sven Hermann und Jan Luchsinger, beide vom SC Flumserberg, im C-Kader von Swiss-Ski. Sie müssen in diesem Winter zunächst noch ihre Sporen überwiegend im Europacup abverdienen. Selbiges gilt für Rahel Kopp (B-Kader, Flumserberg).

Küng und Gut sind die Superstars

In der gesamtschweizerischen Betrachtung bleibt unser grösster Trumpf  bei den Männern “Goldmann” Patrick Küng. Trotz einer verletzungsbedingten Pause zauberte er in den letzten Tagen tolle Trainingszeiten in den nordamerikanischen Schnee. Auch immer zu rechnen ist mit Olympiasieger Sandro Viletta, der zuletzt Ärger mit einer Bandscheibe hatte und Carlo Janka, dem die Verletzungshexe ebenfalls in steter Regelmässigkeit Besuche abstattet. Bleibt noch der 27-jährige Marc Gisin, der nach überstandenem Hirn-Schädel-Trauma wieder mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam machen will.

Bei den Frauen dreht sich auch in diesem Winter alles um “Schneeschätzchen” Lara Gut. Sie ist der unumstrittene Superstar in einem ziemlich dünn bestückten Team. Neben ihr haben nur Fabienne Suter und Wendy Holdener ein Plätzchen im Nationalteam, während Michelle Gisin einziges Mitglied des A-Kaders ist. Weitere arrivierte und erfahrene Fahrerinnen sind mit Ausnahme von Denise Feierabend (B-Kader) nicht in Sicht. Und Dominique Gisin ist im Frühjahr vom Spitzensport zurückgetreten. Ganz klar: Das dürfte für die Damen mal wieder ein ganz harter Winter werden…

(mla)


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