Wildhut stellt Fotofallen für Bären im Hoch-Ybrig-Gebiet

Noch hat der Schwyzer Jagdvorsteher im Hoch-Ybrig-Gebiet keine Bärenspuren nachweisen können - im Gegensatz zu Zernez GR, wo diese Fussabdrücke am 8. April fotografiert wurden. (Archivbild)
Noch hat der Schwyzer Jagdvorsteher im Hoch-Ybrig-Gebiet keine Bärenspuren nachweisen können - im Gegensatz zu Zernez GR, wo diese Fussabdrücke am 8. April fotografiert wurden. (Archivbild) © KEYSTONE/AMT FUER JAGD UND FISCHEREI GR
In den Augen des Schwyzer Jagdvorstehers Thomas Fuchs deutet vieles darauf hin, dass sich im Gebiet Hoch-Ybrig tatsächlich ein Bär herumtreibt. Noch aber fehlt “ein sicherer Nachweis”. Die Fotofallen sind gestellt.

“Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir am Wochenende die Bären-Bilder zu sehen bekommen haben”, sagt Thomas Fuchs, Vorsteher des Amts für Natur, Jagd und Fischerei, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Der TV-Sender TeleZüri hatte am Samstag Aufnahmen einer Bauernfamilie im Gebiet Hoch-Ybrig gezeigt. Auf den Fotos ist ein schwarzes Tier in einer mit Schnee bedeckten Rinne eines Berghangs zu sehen. Das Tier gleicht einem Bären. Die Bilder sollen aus dem Wander- und Skigebiet Hoch-Ybrig in unmittelbarer Nähe zu den Bergbahnen stammen.

Obschon viel darauf hindeute, dass auf den Bildern ein Bär sei, reichten ihm diese als Nachweis nicht, sagte Fuchs. “Wenn nach 212 Jahren wieder einmal ein Bär in unserem Gebiet sein soll, möchte ich handfeste Beweise vorlegen können”, sagte er. Schliesslich wäre es in der Schweiz der erste Bär auf der Alpennordseite ausserhalb von Graubünden seit der Ausrottung des Grossraubtieres, sagt Andreas Ryser von der Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora).

Um die Anwesenheit des Bären bestätigen zu können, wurden im vermuteten Gebiet bereits mehrere Fotofallen aufgestellt. Zudem habe man intensiv nach Spuren gesucht. Bislang aber erfolglos. “Wir fanden keinen Kot, keine Spuren im Schnee, nichts”, sagte Fuchs. Er hofft, baldmöglichst einen DNA-Test durchführen zu können.

Der Jagdvorsteher unterhielt sich übers Wochenende auch mit den zuständigen Personen in Graubünden, wo im Juli 2005 der erste Braunbär nach rund 100 Jahren beobachtet worden war und wo es seither fast jährlich Sichtungen gegeben hat. “Anhand der letzten Sichtung im Bündnerland könnte es schon sein, dass der Bär den Weg in den Kanton Schwyz zurückgelegt hat”, sagte Fuchs.

Eigenartig sei einfach, dass auf dieser vermuteten Strecke kein einziger Hinweis auf die Existenz des Bären gesichtet worden ist. “Ein so grosses Tier wie der Bär hinterlässt normalerweise deutliche Spuren”, ist der Jagdvorsteher überzeugt. Ryser hält es jedoch für möglich, dass ein zurückgezogen lebender Bär diese Strecke unbeobachtet zurückgelegt hat.

Sobald die Existenz des Bären definitiv bestätigt sei, werde die Bevölkerung weiter informiert. Wer den Bären sichtet oder Spuren findet, solle sich unmittelbar bei der Wildhut melden.

Bestätigen konnte Fuchs am Montag dafür die Anwesenheit eines Wolfs im Kanton Schwyz. “Wie bereits im Dezember des letzten Jahres konnte in der Region Einsiedeln/Ybrig ein Wolf nachgewiesen werden”, heisst es in einer Medienmitteilung des Umweltdepartements.

Die Identifizierung erfolgte mit Aufnahmen aus Fotofallen und anhand von Spuren, die von der Wildhut als Wolfsfährte bestätigt werden konnte.

Im vergangenen Winter wurde im selben Gebiet ein Wolf nachgewiesen. Ob es sich um das gleiche Tier handelt, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die Wildhut habe seit der letzten Bestätigung keine direkten Nachweise wie Risse oder Spuren gefunden.

(SDA)


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