Willkommen im Abstiegskampf, Jungs!

Bezeichnend: FCSG-Stürmer Edgar Salli beisst symbolisch ins Gras. (KEYSTONE/Gian
Bezeichnend: FCSG-Stürmer Edgar Salli beisst symbolisch ins Gras. (KEYSTONE/Gian © Ehrenzeller)
Der FC St. Gallen erlebt einen weiteren grauenhaften Fussballnachmittag. Hiess es letzte Woche in Zürich 0:4, so geht die Zinnbauer-Elf heute in Vaduz mit einem 0:3 vom Rasen. Nach dem kollektiven Versagen von letzter Woche lag es dieses Mal an einer katastrophalen Abwehrleistung. Hier geht es zu der Spielerkritik.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,0. Was will man ihm vorwerfen, wenn er von seinen Vordermännern dermassen allein gelassen wird? Nicht viel. Deshalb gibt es für “Lopi” einen Vierer. Aus Anstand.

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 2,0. Kehrte in die Startelf zurück und wäre im Nachhinein wohl selbst lieber draussen geblieben. Der Jungspund stand auf verlorenem Posten, bekundete auf seinem Flügel grösste Mühe und wurde Mal für Mal überlaufen. Wirkte wie ein Junior.

Roy Gelmi. Note: 1,5. Ist in dieser Rückrunde nur noch ein Schatten seiner selbst. Eine halbe Note Jungendbonus für ihn. Aber damit hat es sich. Leistete sich den Bock des Jahres: Passte kümmerlich auf Lopar zurück, Sadiku erlief sich das Bällchen und buchte nach nur acht Minuten das 2:0. Damit war das Schicksal des FC St. Gallen auch schon besiegelt.

Martin Angha. Note: 1,0. Eine schlimme Darbietung des St. Galler Captains. Unwürdig. Leitete mit einem schlimmen Fehlpass das 0:3 ein und produzierte weitere Ballverluste, die gut und gerne zu weiteren Gegentoren hätten führen können. In dieser Verfassung ein grosses Sicherheitsrisiko!

Florent Hanin. Note: 2,0. Blass, unsichtbar, ein düsterer Tag auch für den Franzosen. Wurde zwar nicht so krass überlaufen wie Hefti vis-à-vis, zeigte aber ebenfalls eine Null-Leistung.

Mittelfeld:

Mario Mutsch. Note: 1,5. Weshalb er Mal für Mal spielt, obwohl er seine Leistung nicht bringt, weiss wohl nur Trainer Zinnbauer. Vom vermeintlichen Aggressiv-Leader und Routinier war auch heute nichts Erbauliches zu sehen. Musste in der Pause für Gaudino auf die Bank.

Danijel Aleksic. Note: 2,5. Er ist einer, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Heute wurde der Serbe von willigen Vaduzern von A bis Z abgemeldet. Keine Ideen, keine Überraschungen. Nicht inferior, aber doch ziemlich schwach.

Mario Leitgeb. Note: 2,0. Inexistent. Aber zumindest nicht mehr an vorderster Front an den Gegentreffern beteiligt. Insofern hat sich die Rochade von der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld zumindest für ihn ein wenig gelohnt. Der Österreicher war dennoch meilenweit von einer genügenden Darbietung entfernt.

 

Sturm:

Steven Lang. Note: 3,5. Der beste Feldspieler an diesem Tag. Lief viel, versuchte etwas. Ohne Glück, aber mit viel Einsatz.

Edgar Salli. Note: 3,0. Lief auch schon mehr. Letztlich kann man es der Monaco-Leihgabe aber nicht zum Vorwurf machen, wenn sie kaum je einen brauchbaren Ball erhält.

Albert Bunjaku. Note: 2,0. War als Leader dieser Mannschaft nicht zu sehen. Steht so bezeichnend für die träge, zurückhaltend-ängstliche Haltung der St. Galler Elf.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller elf in der Startformation eingesetzten Spieler): 2,27

Fazit: Der FC St. Gallen schlittert nach der vierten Niederlage en suite in eine veritable Krise. Plötzlich ist der Abstiegskampf wieder ganz nah – angesichts der beiden letzten Spiele geschieht dies jedoch alles andere als überraschend. Wer gegen den (ehemaligen) Tabellenletzten derart den Kürzeren zieht, braucht sich im Prinzip nicht zu wundern, wenn er am Saisonende plötzlich ganz unten steht. Noch bleiben aber genügend Zeit zur Wiedergutmachung und ein Sechs-Punkte-Vorsprung auf die rote Laterne.

Zu wünschen bleibt, dass Trainer Zinnbauer seine Rotationen in der Verteidigung endlich einmal einstellt. Jedes Mal veränderte in den letzten Spielen den Defensivverbund und läuft nun Gefahr, seine Mannschaft damit kaputt zu rotieren.

Die nächste Gelegenheit zu Wiedergutmachung bietet sich bereits am Mittwoch um 18:30 Uhr im Nachholspiel auswärts gegen Sion. (mla)


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