“Wir alle stehen auf Pokémon Go”

Auf Pokémon-Jagd auf den Strassen von St.Gallen.
Auf Pokémon-Jagd auf den Strassen von St.Gallen. © Raphael Rohner
Der Hype um das neue Game “Pokémon Go” ist im FM1-Land geradezu sichtbar. Vorwiegend junge Leute streunen mit ihrem Smartphone durch die Strassen, um möglichst viele Comic-Monster einzusammeln. Wir haben sie auf ihrer Pokémon-Jagd begleitet.

“Da vorne beim Klosterplatz ist ein Schiggy!”, ruft es. Eine Gruppe junger Erwachsener strömt in der St.Galler Innenstadt aus, um das Pokémon zu fangen. In der Schweiz ist das Handy-Game “Pokémon Go” zwar noch nicht offiziell verfügbar, doch über Umwege haben sich viele die App schon heruntergeladen. “Alles Freaks und Nerds”, meint ein Bub, der die Gruppe im Vorbeigehen sieht. Wir waren mit den angefressenen Pokémon-Sammlern unterwegs:

Schon mehr als 70 Pokémon hat Pablo Bächler bei der virtuellen Suche auf den Strassen von St.Gallen gefangen. “Sie sind überall – man muss nur geduldig sein”, sagt er. Die Pokémon-Figuren aus der Kindheit zu suchen, habe ein hohes Suchtpotential.

“Die Brut einer degenerierten Gesellschaft”

“So etwas ist doch schräg”, wettert eine ältere Frau kopfschüttelnd, “diese Leute würden sich besser ein echtes Hobby suchen”. Die Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern des neuen Spiels erinnert an den Hype der frühen 2000er-Jahre, als bereits eine ZDF-Moderatorin mit ernster Miene berichtete: “Für die einen ist Pokémon der beste Babysitter der Welt, für die anderen die Brut einer degenerierten Gesellschaft.” Damals wurden die Pokémon noch nicht virtuell gesammelt, sondern als Karten auf dem Pausenplatz getauscht.

Gemeinsam auf Jagd

Die Truppe um Pablo und Desi versammelt sich nun öfter, um gemeinsam auf Streifzüge zu gehen. Dabei treffen sie immer wieder auf andere Pokémon-Sammler, die ebenfalls ins Natel starrend durch die Gassen streifen. Was sie bei der Suche nach Schiggy, Pikachu und Co. verbindet, ist die Freude an der Gemeinschaft: “Wir stehen alle auf Pokémon Go!”

(rar/fun)


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