“Wir geben den Löwen keine Drogen!”

Nach den harten Vorwürfen gegen den Zirkus Royal, stellt sich der Direktor dem federführenden Aktivisten. Er will für klare Verhältnisse sorgen und legt die Dokumente offen auf.

“In der ganzen Pressemitteilung kommt es so raus, dass unsere Gehege zu klein sind und wir unsere Tiere mit Medikamenten vollstopfen – das sind lächerliche Anschuldigungen, die für eine Verwirrung des Publikums sorgen sollen”, sagt der Zirkus Direktor Oliver Skreinig. Ihm und seinem Zirkus wird unter anderem vorgeworfen, die Löwen mit “Drogen” für die Vorführung gefügig zu machen. Der Tierrechts-Aktivist Benjamin Frei schrieb in einer Medienmittelung von Anti-Depressiva und anderen Substanzen, die den Tieren ihr tristes Dasein erleichtern sollten. “Es ist einfach nicht wahr, was da steht”, sagt Skreinig.

Das “Märchen der gequälten Zirkustiere”

In der Manege erklärt er dem Publikum, warum die Tierschützer der Öffentlichkeit das “Märchen der gequälten Zirkustiere” erzählen würden: “Diese Gruppe will die Beziehung zwischen Mensch und Tier verhindern”, erklärt er den Zuschauern im Zirkuszelt. “Ihnen wird vorgelogen, dass die Tiere in engsten Käfigen gehalten und von unqualifiziertem Personal betreut werden – soweit das Märchen…”, erzählt er dem Publikum während im Hintergrund der Löwenkäfig installiert wird.

48 Kontrollen in elf Wochen

“Zirkustiere leben heute mit den selben Vorgaben wie Tiere im Zoo”, sagt Skreinig. Die Tiere würden jeden Tag von bestem Personal versorgt und trainiert, was den Tieren im Zoo fehlen würde. Kein anderes Unternehmen, das mit Tieren arbeite, werde so oft kontrolliert, wie der Zirkus: “Ein Bauernhof wird im Durchschnitt alle zwei Jahre vom Veterinäramt kontrolliert – ein Zirkus hingegen  wird innerhalb von elf Monaten bis zu 48 Mal kontrolliert.”

Jedes Tier habe Papiere, die akribisch geführt würden und die wir auch einsehen dürfen. Skreinig: “Ich habe nichts zu verstecken.” Die Einsicht in die Dokumente der Tiere zeigen deutlich, dass den Tieren niemand “Drogen” verabreicht hat. Skreinig argumentiert: “Die Tiere sind meine Existenz – ich gebe den Löwen doch keine Drogen!”

(rar)


Newsletter abonnieren
1Kommentar
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel