«Wir haben am Morgen Cüpli getrunken»

Von Sandro Zulian
Er hat gut lachen: Rösslitor-Leiter Jörg Caluori.
Er hat gut lachen: Rösslitor-Leiter Jörg Caluori. © FM1Today / Sandro Zulian
Die Buchhandlung «Rösslitor» verlässt ihren Standort am Bärenplatz. Die Traditions-Buchhandlung im Herzen der Stadt bekommt ein neues Zuhause – nur gerade hundert Meter von der Multergasse entfernt. Jörg Caluori, Leiter der «Rösslitor»-Buchhandlung, erklärt, warum der Laden zügelt. Und warum das ein Grund zur Freude ist.

Was passiert denn nun genau mit der Buchhandlung «Rösslitor»?
Das «Rösslitor» zieht per Mitte 2018 um; aber nur 100 Meter vom Bärenplatz an die Spitalgasse, Ecke Marktgasse. Wir ziehen ins Gebäude des ehemaligen «Musik Hug».

In dieses Gebäude zieht das Rösslitor per Mitte 2018.

FM1Today / Sandro Zulian

Was sind die Gründe für den Umzug an die Spitalgasse?
Wir haben uns Gedanken über die Zukunft gemacht. Es ist allgemein bekannt, wie der Schweizer Buchhandel funktioniert. Wir haben geschaut, dass wir in einer guten Liegenschaft an einem super Ort eine Gesamtsortimentsbuchhandlung aufmachen können.

Das haben Sie aber bereits jetzt am Bärenplatz. Was ist denn das Problem?
Unser Umzug hat sicherlich auch betriebswirtschaftliche Gründe. Wir haben einfach das Gefühl, dass wir am neuen Standort flächenmässig besser aufgehoben sein werden.

Das «Rösslitor» zieht also in einen kleineren Laden. Wird es einen personellen Abbau geben?
Nein. Dass wir zügeln heisst, dass wir alle Bücher und alle Mitarbeiter an den neuen Standort mitnehmen werden. Hoffentlich auch den Umsatz (lacht). Für die Mitarbeiter ist es ein Aufsteller, sie haben wirklich Freude. Wir haben heute Morgen sogar zusammen Cüpli getrunken (lacht).

Die Buchhandlung ist vor knapp zehn Jahren von der Webergasse an die Multergasse gezogen. Hat man damals einen Fehlentscheid getroffen?
Das kann man so nicht sagen. Vor zehn, fünfzehn Jahren standen die Zeichen noch ganz anders. Man hat sich damals noch sehr auf Expansion eingestellt und hatte das Gefühl, dass es aufwärts geht. Damals hat noch niemand geahnt, dass der Buchmarkt, wie auch der Markt an sich, sich in eine andere Richtung entwickelt.

Freuen Sie sich persönlich auch über den Umzug?
Ich freue mich sehr. Es war mein Versprechen an meine Mitarbeiter, dass ich über meine Pensionierung hinaus sicherstelle, dass St.Gallen über eine Gesamtsortimentsbuchhandlung verfügt. Bei uns gibt es Mitarbeiter, die teils schon Jahrzehnte dem «Rösslitor» treu bleiben. Es ist mein Job, dafür zu sorgen, dass diese Menschen eine Zukunft haben.

(saz)


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