«Wir kommen an unsere Grenzen»

Kinderkrippenplätze gelten im Kanton St.Gallen als Mangelware. Nur sechs Prozent der Kinder können in einem Hort betreut werden. Nun lockert der Kanton die Auflagen an die Krippen. 

«Wir kommen immer wieder an unsere Grenzen», sagt Daniel Schelling, Leiter der Kinderkrippe Bild in Altstätten, gegenüber TVO. «Wir könnten ohne Weiteres eine Säuglingsgruppe gründen, weil wir so viele Anmeldungen von Kindern unter 18 Monaten haben.» Bislang war dies nicht möglich – der Kanton St.Gallen schrieb sowohl die Grössen der Gruppen als auch die Altersdurchmischung vor.

Zum Anfang des nächsten Jahres lockert der Kanton seine Bestimmungen, um das Krippenproblem ein Stück weit zu entschärfen. Die Einrichtungen sollen selber über die Zusammensetzung ihrer Gruppen entscheiden dürfen. «Für sie ist es wichtig, flexibler planen zu können», meint Roger Zahner, Leiter «Kinder und Jugend» beim Amt für Soziales des Kantons St.Gallen. Eine Gruppe könne sich schnell verändern. Es sei wichtig, die Räume, die zur Verfügung stehen, optimal zu nutzen.

Laut Daniel Schelling ändert sich für die Kinder selber nichts: «Die Qualität leidet nicht unter der Flexibilisierung.» Dazu komme es erst, wenn eine Person für zu viele Kinder zuständig sei.

Der St.Galler Kantonsrat entscheidet im kommenden Frühling über weitere Massnahmen, um mehr Kindern einen Betreuungsplatz ermöglichen zu können.

(red.)


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