“Wir sind nach wie vor bereit”

Von Sandro Zulian
Menschen gehen über einen Notsteg in Ermatingen TG (Bild vom Sonntag, 19. Juni 2016). Der Bodensee stieg am Montag nochmals um einige Zentimeter an. Der Höchststand des Hochwassers dürfte aber erreicht sein.
Menschen gehen über einen Notsteg in Ermatingen TG (Bild vom Sonntag, 19. Juni 2016). Der Bodensee stieg am Montag nochmals um einige Zentimeter an. Der Höchststand des Hochwassers dürfte aber erreicht sein. © KEYSTONE/WALTER BIERI
Der Untersee wurde im letzten Monat vom Hochwasser heimgesucht. Erneut zeigt sich ein bedrohliches Bild am Himmel. Graue, teils sogar schwarze Wolken kündigen wieder Niederschläge an. Doch die Gemeinden am Untersee sind gewappnet. 

Roger Forrer, Gemeindepräsident von Steckborn, gibt sich gegenüber FM1Today zuversichtlich: “Der provisorische Steg wurde mittlerweile abgebrochen. Er lagert aber im Bauamt ein und ist sofort wieder einsatzbereit.” Das gleiche gelte für die vielen Sandsäcke, die in der Gemeinde während des Junis im Dauereinsatz standen: “Diese sind innert einer halben Stunde wieder aufgeschichtet.” Wegen der Wassermassen in Steckborn hat die Gemeinde ihren schwimmenden Hafen mit Verlängerungen versehen. Diese bleiben vorerst bestehen.

Mit einem grossen Hochwasser rechnet Forrer derweil nicht. Die Wetterprognosen sagen zwar Regen voraus, ab Donnerstag zeigt sich aber bereits die Sonne wieder. “Wir sind auf jeden Fall auf alle Eventualitäten vorbereitet”, so der Gemeindepräsident von Steckborn.

Regengüsse nicht bedenklich

Bei der Meteogroup in Appenzell gibt man sich unbesorgt. Der Meteorologe Daniel Köbele sagt zwar auf Anfrage, dass es nass wird und kräftige Regengüsse vor allem am Obersee, im Alpstein und in Richtung Rheintal möglich sind. “Es ist aber bereits ein Puffer da. Die Pegelstände sind wieder auf einem normalen Stand. Die Gewässer werden den Regen problemlos aufnehmen können.” Köbele rechnet bis Donnerstag früh mit gut 50 bis 70 Litern Regen.

Pegel sind fast schon zu tief

Auch die Gemeinde Ermatingen hatte während des Hochwassers einiges zu tun. Gemeindepräsident Martin Stuber rechnet aber nicht mit noch mehr Wasser: “Massgebend ist, wieviel oben in den See reinläuft, und wieviel unten wieder rausläuft. Und momentan läuft unten mehr raus als oben rein. Wir hoffen ehrlich gesagt, dass der Pegelstand in den nächsten Tagen nicht zu tief sinkt. Aktuell verdunstet nämlich wegen des warmen Wetters das Seewasser zusätzlich.”

Derzeit sind am Ufer noch viele Sandsäcke. Diese werden aber bis Ende dieser Woche verschwinden, so der Gemeindepräsident. Die Schiffe, die momentan noch am künstlichen Steg anlegen, werden ab dem Wochenende wieder am gewohnten Steg anlegen können. “Wir haben am Wochenende auf dem Steg ein Fest gefeiert. Dieser muss nun noch geputzt werden, dann ist alles wieder beim Alten”, so Stuber.

Der Juni war für viele Gemeinden im FM1-Land patschnass – und gefährlich. Vor allem das Rheintal und der Kanton Thurgau waren von Hochwasser betroffen.

(saz)


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