«Wir spielen heute für alle!»

Die Dortmunder spielen am Mittwoch für alle.
Die Dortmunder spielen am Mittwoch für alle. © Twitter/Borussia Dortmund
«Das ist Fussball», «die Liebe zum Sport vereint» oder «es geht nur darum, eine gute Person zu sein» – dies alles Reaktionen der Fans nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus am Dienstagabend. Obwohl die Spieler wohl noch immer zittern und die Ermittlungen erst am Anfang stehen, sagen die Fans: Wir halten zusammen. Die Solidaritätswelle auf Social Media ist grösser als die Angst.

Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist die Unsicherheit noch immer gross. Noch ist unklar, wer für die drei Sprengsätze, die auf dem Weg ins Stadion am Bus explodierten, verantwortlich ist. Der verletzte Verteidiger Marc Bartra wurde wegen des Vorfalls bereits an der Hand operiert. Die Explosionen ereigneten sich in unmittelbarer Nähe der Hotelausfahrt der Teamherberge im Dortmunder Stadtteil Höchsten.

Laut Staatsanwaltschaft wurde am Tatort ein Schreiben gefunden, welches sich auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt bezieht. Ab sofort würden auch Sportler und andere Prominente auf einer «Todesliste des Islamischen Staats» stehen, schreibt die Deutsche Tagesschau.

Trotz dieser grossen Unsicherheit versucht die Mannschaft, wieder Normalität in den Alltag zu bringen. Wie Borussia Dortmund via Twitter mitteilt, war die Mannschaft am Mittwochmorgen dabei, sich auf das von Dienstag- auf Mittwochabend verlegte Spiel vorzubereiten:

Schon am Dienstag nutzte Borussia Dortmund Social Media als Hauptinformationskanal. Auf Twitter bedankte sich die Mannschaft auch für die Unterstützung der Fans:

«Wir spielen für alle», auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte: «Ich habe gerade in der Kabine an die Mannschaft appelliert, der Gesellschaft zu zeigen, dass wir vor dem Terror nicht einknicken.»

Die Gesellschaft selbst oder vor allem die Fans haben bereits am Dienstagabend grosse Solidarität gezeigt. Plötzlich kannten die Fans der beiden Mannschaften keine Rivalitäten mehr. Die Not verbindet und dies haben die Fans bewiesen. Unter dem Hashtag #bedforawayfans haben die Dortmunder Fans, nachdem bekannt wurde, dass das Spiel abgesagt wird, Monaco-Fans einen Übernachtungsplatz angeboten.

Schliesslich brauchten die Monaco Fans einen Platz zum Schlafen, da das Spiel auf Mittwoch verschoben wurde. Zur Solidarität aufgerufen hat der BVB selbst:

Und gemeldet haben sich viele:

https://twitter.com/gauthier_bdc/status/852077180775538689

Die Liebe zum Fussball und die Gefahr aktueller Bedrohungen macht aus Feinden Verbündete. Dies hat die Aktion gezeigt oder wie dieser Fan es ausdrückt: «In den Farben getrennt, in der Sache vereint!»

https://twitter.com/Lars495/status/851901651283791872

«Fussball ist Leidenschaft, aber im Leben geht es darum, eine gute Person zu sein. Wenn du beim Fussball beides hast, dann hast du gewonnen», findet ein anderer Fan. «Wir stehen zu dir», schreibt Lukas Podolski auf Twitter.

(abl)


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