“Wir übten möglichst nicht für das Album”

Von Nicole Färber
Lovebugs melden sich mit einem neuen Album zurück.
Lovebugs melden sich mit einem neuen Album zurück. © zVg
Sie sind wieder da: Lovebugs. Die Basler Band stand vor vier Jahren kurz vor der Auflösung. Wir reden mit Adrian Sieber und dem Schlagzeuger Simon Ramseier darüber, wie sie sich nochmal zusammengerauft haben und warum sie vor den Studioaufnahmen für das heute Freitag erscheinende Album “Land Ho!” praktisch nicht geübt haben.

Nicole Färber: Ihr seid wieder da, mit einem neuen Album im Gepäck. Was wollt ihr uns, nach so langer Zeit, mit dem Titelsong “Land Ho!” sagen?

Adrian Sieber: Die Single steht stellvertretend für die Odyssee, die wir in den letzten vier Jahren, während das Album entstand, erlebt haben. Eigentlich wollten wir das Album bereits vor zwei Jahren rausbringen, hatten es auch praktisch fertig, aber haben dann gemerkt, wir sind noch nicht am Ziel. Da gab es Songs mit denen wir nicht zufrieden waren, der Mix klang zu sehr nach Pop. Wir wollten ein Album machen, auf dem man uns als Band mehr spürt und hört, dass wir echte Instrumente spielen. Weil das alles nicht so war wie wir das gerne gehabt hätten, mussten wir nochmal “ad Säck”.

Wie habt ihr dann, im zweiten Anlauf, den richtigen Sound erreicht?

Simon Ramseier: Wir setzten uns zum Ziel, so wenig wie möglich zu üben, bevor wir ins Studio gehen. Der Moment im Studio sollte spontan und kreativ sein. Das war die Grundvoraussetzung.

Adrian Sieber: Das Problem war eher, dass die erste Version zu perfekt war. Eine Band wie wir soll nicht nach Computer klingen. Das machen andere Leute gut, aber wir sind eine Band und das soll auch zu hören sein.

Die Albumproduktion lief also nicht ganz rund, aber es wäre ja beinahe nie zu einem neuen Album gekommen. Ihr standet kurz vor der Bandauflösung.

Simon Ramseier: Vor vier Jahren merkten wir, dass jeder in eine eigene Richtung will. Der eine wollte weiterziehen, der nächste eine Pause machen und irgendwann kam der Moment, in dem Adrian keine Lust mehr hatte und sagte: “Jetzt gehe ich!”
Dann war erstmal zwei Wochen Funkstille, bis unser Gitarrist Thomas fand: “Das kann es nicht gewesen sein! Wir können doch einfach ein fettes Album produzieren, so wie es uns passt und dann schauen wir weiter.” Dieser Funke sprang auf uns über und so fanden wir wieder zusammen.

Adrian Sieber: Wir merkten einfach, dass wir nicht mehr die Gleichen wie vor 20 Jahren sind. Wir können nicht mehr alle 24 Stunden im Bandraum sitzen sondern haben auch noch andere Verpflichtungen und diese machten es eine Zeit lang schwierig, eine Band zu sein und unseren Bandspirit zu finden. Das war frustrierend ,aber wir haben es geschafft, uns neu zu organisieren, den Spirit neu zu finden. Darum bin ich sehr zuversichtlich. Weil wir das jetzt geschafft haben kann ich in die Zukunft schauen und weiss, diese Band wird es immer schaffen.

Dank dem neu gefundenen Bandspirit entstand im zweiten Anlauf das heute Freitag erscheinende Album “Land Ho!”. Dieses kannst du morgen Samstag in den FM1-Hörercharts, zwischen 14 und 16 Uhr, gewinnen.


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