“Wir werden klar benachteiligt”

Sonntagsspiele sind für viele Fans unattraktiv.
Sonntagsspiele sind für viele Fans unattraktiv. © Reto Martin
Der FC St.Gallen hat in dieser Saison ein schlechtes Los gezogen: Die Mehrheit seiner Spiele absolviert er an einem Sonntag. Ganz zum Unmut vieler Fans: Sonntagsspiele sind unattraktiv und die Reisen an die Auswärtsspiele oft aufwändig, bestätigt der Präsident des Dachverbandes 1879, Manuel Bernhardsgrütter.


St.Gallen hat nach GC am meisten Sonntagsspiele in der Super League. Wie ist der Tenor der Fans gegenüber dieser Vielzahl an Spielen am Sonntag?

Manuel Bernhardsgrütter: Wir fühlen uns ganz klar benachteiligt. Sonntagsspiele sind historisch gesehen sehr unbeliebt. Der Sonntag gilt seit langer Zeit als «Amateurtag», dies hat natürlich einen gewissen Einfluss auf die Stimmung.

Was macht den Sonntag zum Amateurtag und lässt die Stimmung derart schlecht ausfallen?

Zum einen sind es die langen Anfahrtszeiten bei Auswärtsspielen. Spielen wir an einem Sonntagnachmittag gegen Lausanne oder Lugano, müssen wir schon früh morgens abreisen. Dies drückt natürlich auf die Stimmung. Hinzu kommt, dass sich Nachmittagsspiele einfach schlechter choreografieren lassen. Am Abend wirkt alles viel grösser, viel mächtiger.

Dementsprechend weniger Fans reisen zu den Auswärtsspielen…

Genau, dies hat automatisch zur Folge, dass weniger Fans an die Auswärtsspiele reisen aber auch weniger zu uns nach St.Gallen kommen. Trifft St.Gallen zuhause auf Lausanne, kann es gut sein, dass nur fünf Knochen im Gästesektor stehen. Dass ist für uns als Gastgeber und den gegnerischen Club nicht schön.

Kommt da ein gewisser Hass gegen Clubs wie Basel auf, welche fast jedes Spiel am Samstagabend spielen dürfen?

Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube wir vergleichen es gar nicht so mit anderen Vereinen, sondern haben persönlich das Gefühl, benachteiligt zu sein. Die Rechnung ist einfach: Es gibt vier verschiedene Anspielzeiten, davon müsste doch zumindest die Hälfte an einem Samstag sein, oder?

Die Liga rechtfertigt es mit ihrem Computerprogramm, welches den Spielplan macht. Kann man als Dachverband überhaupt Einfluss nehmen?

Wir haben das Thema schon mehrfach beim FC platziert. Die Antwort der Clubverantwortlichen war immer die gleiche und zwar, dass sie leider nichts tun können. Der Spielplan ist von der Liga vorgegeben. Auf andere Faktoren, wie die Polizei oder die Shoppingarena, sei es als Club schwierig, Einfluss zu nehmen. Wir hoffen, dass der Verein sich gegen die Liga durchsetzten kann.

Sind eigene Aktionen geplant, wie beispielsweise das Boykottieren von Auswärtsspielen?

Das hat es früher oft gegeben. Aktuell setzen wir auf die Gespräche mit dem Verein. Wir möchten den FC St.Gallen auch auswärts unterstützen, auch wenn man dafür länger anreisen muss.

(abl)


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