«Wir wollen nicht in St.Gallen sterben»

Das jetzige Spital in Appenzell.
Das jetzige Spital in Appenzell. © Tagblatt/Ralph Ribi
Ist das geplante Gesundheitszentrum in Appenzell zu teuer? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Klar ist, dass der Grosse Rat den Kredit von 41 Millionen Franken bewilligt hat und der Spital-Neubau im Frühling vor die Landsgemeinde kommt.

Der Innerrhoder Grosse Rat hat am Montag einem Kredit von 41 Millionen Franken für das Gesundheitszentrum in Appenzell zugestimmt. Deshalb kommt der Neubau des Spitals im Frühling vor die Landsgemeinde. Der Grosse Rat hat sich für die Plus-Variante entschieden – also das Gesundheitszentrum inklusive einer stationären Abteilung. Diese war bis am Schluss umstritten, da sie zusätzliches Geld kostet.

Ist das neue Spital zu teuer?

Einen Tag nach dem Entscheid im Grossen Rat ist die Stimmung bei Rosalie Manser-Brülisauer, Grossrätin des Bezirks Schwende, gedrückt: «Ich befürchte, dass der Neubau vor der Landsgemeinde nicht mehrheitsfähig ist. Die Mehrheit wird sich generell gegen ein Spital aussprechen.» Dies weil das alte Spital sowieso schliessen müsse und die neue Varianten den meisten Innerrhoder zu teuer sein wird.

«Ich finde es richtig, dass es vor die Landsgemeinde kommt», findet hingegen Ruedi Eberle, Grossrat des Bezirks Gonten. «Es ist wichtig, auch für die Gegner.»

«Gesundheitszentrum nicht unbedingt nötig»

Wollen die Appenzeller ein neues Spital auch wenn es teuer ist? Eine Umfrage von TVO auf der Strasse, zeigt geteilte Meinungen. Toni Caviezel aus Appenzell sagt: «Es ist sicher kostenintensiv, aber wir brauchen ein Spital. Wir Appenzeller gehen lieber in Appenzell sterben und nicht in Herisau oder St.Gallen. Wir sind mit der Heimat verwurzelt.»

Sepp Reichmut hingegen reicht das alte Spital vollkommen aus: «Ich wurde dort bestens behandelt und es hatte ganz viele leere Zimmer. Es ist nicht unbedingt nötig, ein neues Gesundheitszentrum zu bauen.»

Ob die Appenzeller das Gesundheitszentrum annehmen oder nicht, wird sich im Frühling zeigen.

TVO-Beitrag vom 5. Dezember 2017:

(abl)


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