Wird Rechsteiner Polit-Rentner?

Harmonieren überraschend gut: die St.Galler Ständeräte Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner.
Harmonieren überraschend gut: die St.Galler Ständeräte Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner. © (KEYSTONE/Alessandro della Valle
Ob Ständerat oder Nationalrat: Nirgends ist die Ausgangslage so offen wie im Kanton St.Gallen. FM1Today berichtet live und ausführlich über den Wahlsonntag.


Die National- und Ständeratswahlen versprechen in der Ostschweiz Hochspannung, allen voran im Kanton St.Gallen. Gleich sieben Kandidaten fordern die bisherigen Ständeräte Karin Keller-Sutter (FDP) und Paul Rechsteiner (SP) heraus. Keller-Sutter gilt im bürgerlich dominierten Kanton als so gut wie gewählt.

Paul Rechsteiner muss indes um die Wiederwahl kämpfen. Bei einer Niederlage ginge eine knapp 30-jährige, einzigartige Politkarriere zu Ende, da er nicht parallel für den Nationalrat kandidiert. Als Nicht-Bundesparlamentarier wäre er wohl auch das Präsidium des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes los.

Müller und Ammann mit Schwächen

Ob es so weit kommt, ist offen. Als grösste Herausforderer gelten Thomas Müller (SVP) sowie Thomas Ammann, der den Sitz für die CVP zurückerobern will. Beide Kandidaten überzeugen aber nicht ganz. Ammann, Gemeindepräsident der kleinen Rheintaler Gemeinde Rüthi, ist im Kanton zu wenig bekannt. Müller mag bei FCSG-Fans als Meisterpräsident Sympathien wecken, ausserhalb der eignen Partei hat er es mit seiner polarisierenden Art aber schwer, sehr schwer. Für die restlichen Kandidaten gilt der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles.“

Ein zweiter Wahlgang gilt als sicher. Dann werden die Karten neu gemischt – Überraschungen nicht ausgeschlossen.

GLP verliert Sitz

Bei den Nationalratswahlen dürfen entsprechend dem nationalen Trend SVP und FDP zulegen. Dass die GLP den Sitz von Margrith Kessler verlieren wird, ist sehr wahrscheinlich. Wer diesen holt, ist aber offen. Gute Chancen haben SVP und FDP, aber die CVP könnte dank Mithilfe der Listenpartnerinnen BDP und EVP zur lachenden Dritten werden. Das linke Spektrum wird nicht wachsen, im Gegenteil. Der SP fehlen die 2011er-Zugpferde Paul Rechsteiner und Hildegard Fässler. Dennoch könnte sie einen Sitz gewinnen – auf Kosten der schwächelnden Grünen.

Gradmesser für Regierungsratswahlen

Insgesamt hat St.Gallen zwölf Sitze in der grossen Kammer zu vergeben. Bis auf Lucrezia Meier-Schatz treten alle Bisherigen an. Mit den möglichen Sitzverschiebungen könnten sich am Sonntag also drei Personen neu Nationalräte nennen. Die Wahlen sind zudem erster Gradmesser für die im Frühjahr stattfindenden Regierungsratswahlen. Wer im National- oder Ständeratswahlkampf “abschifft”, dürfte frühzeitig die Segel streichen. (red)

 

Kanton St.Gallen

Anzahl Ständeräte: 2

Bisher und wiederkandidierend:

Karin Keller-Sutter (FDP)

Paul Rechsteiner (SP)

 

Anzahl Nationalräte: 12

Bisher und wiederkandidierend:

Toni Brunner (SVP)

Roland Rino Büchel (SVP)

Thomas Müller (SVP)

Lukas Reimann (SVP)

Walter Müller (FDP)

Jakob Büchler (CVP)

Markus Ritter (CVP)

Margrit Kessler (GLP)

Claudia Friedli (SP)

Barbara Gysi (SP)

Yvonne Gilli (Grüne)

 

Nicht zur Wiederwahl tritt an:

Lucrezia Meier-Schatz (CVP)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen