Wolf M75 konnte nicht geschossen werden

Der als "Problemwolf" bekannt gewordene Wolfsrüde M75 hat in verschiedenen Kantonen mehrere Schafe getötet. (Archivbild)
Der als "Problemwolf" bekannt gewordene Wolfsrüde M75 hat in verschiedenen Kantonen mehrere Schafe getötet. (Archivbild) © Keystone/DPA dpa/A3430/_BERND THISSEN
Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen, Tessin und Graubünden haben den Wolf M75 in den vergangenen Wochen zum Abschuss freigegeben, nachdem er insgesamt 55 Schafe gerissen hatte. Die Freigabe war vergebens, der Wolf konnte nicht erlegt werden.

Der Wolf ist wohl bereits über alle Berge, mutmassen der St.Galler Jagdverwalter Dominik Thiel und sein Ausserrhoder Kollege Heinz Nigg im St.Galler Tagblatt. M75 hatte zwischen Januar und März in Graubünden, im Tessin, in Zürich, im Thurgau und im Kanton Appenzell Ausserrhoden 55 Schafe gerissen. Um zu den Herden zu gelangen, übersprang er mühelos Zäune und sogar eine Stalltür. Dieses Verhalten war bislang einmalig in der Schweiz, wie Dominik Thiel im Mai sagte.

Ein unruhiger Wandergeselle

Der Wolf M75 ist bisher bekannt als unruhiger Wandergeselle. Innert weniger Tage legte der erstmals in Italien identifizierte Wolf viele Kilometer zurück. Wo er sich zurzeit aufhält, ist den Schweizer Jagdvorstehern nicht bekannt.

Ein Wolf treibt sich derweilen in Süddeutschland herum, dort hat er den Namen «Odin» bekommen. Es sei nicht auszuschliessen, dass es sich dabei um M75 handelt, sagt Heinz Nigg gegenüber dem Tagblatt. Das sei allerdings nur Spekulation.

Petition für M75

In der Schweiz hatten sich keine Tierschutzorganisationen gegen den Abschuss von M75 gestellt.  «Der WWF nimmt die Abschussfreigabe für den Wolf M75 des Kantons St.Gallen zur Kenntnis uns bedauert, dass das Tier getötet werden muss», sagte Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierverantwortlicher vom WWF Schweiz, im Mai gegenüber FM1Today.

Nun läuft eine Petition für «Odin» auf der Plattform change.org. Initiantin Elisabeth Barbara Sigron schreibt, dem Wolf M75 konnten lediglich einige wenige Schafrisse nachgewiesen werden, die restlichen Risse seien reine Spekulation. Ausserdem sei sie selber Bäuerin und wisse, wie man seine Schafe vor Wölfen schütze.

«Odin wird als Sündenbock für die Unfähigkeit vieler Schafhalter verantwortlich gemacht», schreibt sie in ihrem Text. Die Zäune der Halter seien meist schlecht gebaut. Sogar eine Katze könne diese Zäune problemlos überspringen.

Die Petition wurde bislang von rund 7650 Menschen unterstützt.

(enf)


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