Wolf reisst 17 Schafe auf Alp bei Maienfeld

Fünf Schafe getötet und 12 schwer verletzt: Das ist die Bilanz eines Wolfsrisses auf der Alp Stürfis im Bündnerland. (Symbolbild)
Fünf Schafe getötet und 12 schwer verletzt: Das ist die Bilanz eines Wolfsrisses auf der Alp Stürfis im Bündnerland. (Symbolbild) © KEYSTONE/MARCO SCHMIDT
17 Schafe sind auf einer Alp in Maienfeld einem Wolfsriss zum Opfer gefallen. Fünf Tiere wurden vom Grossraubtier getötet, zwölf mussten wegen Bissverletzungen eingeschläfert werden. Die Alp ist behirtet, hat aber keinen Herdenschutz.

Ob die Alp Stürfis oberhalb des Bündner Rheintales in der Nacht auf Montag von einem Wolf oder von mehreren Wölfen aufgesucht wurde, ist unklar, wie Hannes Jenny vom Bündner Amt für Jagd und Fischerei zu einem Bericht der Lokalzeitung «Prättigauer und Herrschäftler» gegenüber der sda sagte.

«Hirsche fressen keine Schafe»

«Die Risszeichen sind für mich eindeutig, er riss ganze Löcher am Hals. Hünde hat es keine und ein Hirsch frisst meiner Meinung nach keine Schafe», sagt der Schafverantwortliche der Stadt Maienfeld, Hans Rudolf Möhr, gegenüber FM1Today. Er ist davon überzeugt, dass es ein Wolf war. DNA-Proben wurden ans Labor geschickt. Unklar ist die Herkunft des Angreifers.

Das Calandarudel war’s nicht

Sicher sei nur, dass es sich nicht um das Calandarudel gehandelt habe, erklärte Jenny. Maienfeld liege nicht in dessen Territorium. Der Angreifer könne aber ursprünglich vom Calandarudel abstammen.

Risse für Alp ohne Schutz im Rahmen

Zahlenmässig gehört der Riss zu den grösseren der jüngeren Zeit. Die Dimension wird vom Herdenschutzbeauftragten des Landwirtschaftlichen Beratungszentrums Plantahof, Jan Boner, allerdings relativiert. Für eine Alp ohne Herdenschutz liege die Zahl der gerissenen Tiere «etwa im üblichen Rahmen», sagte er.

Schutz in Vorbereitung

Ein Herdenschutz ist gemäss Boner auf der Alp Stürfis in Vorbereitung, aber noch nicht umgesetzt. «Der Wolf war schneller. Es war Pech», lautete sein Kommentar. «Die Alp ist bereits als schwer eingestuft. Wir haben abgemacht, dass wir nach dem Abschluss des Vorfalls zusammensitzen und schauen, was man zusätzlich noch machen kann», sagt Hans Rudolf Möhr.

Auf der Alp Stürfis werden etwa 1500 Schafe geweidet. Damit zählt sie zu den grössten Bündner Alpen.

Als effektivste Massnahme gegen Wölfe gelten Herdenschutzhunde. Diese sind begehrt und schwer zu züchten, wie der TVO-Beitrag zeigt.

(SDA/red)


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